Von Biarritz bis Bilbao: 2 Wochen Roadtrip entlang der Küste des Baskenlandes

Von Biarritz bis Bilbao: 2 Wochen Roadtrip entlang der Küste des Baskenlandes

Dieser Roadtrip führt dich entlang einer der spektakulärsten und zugleich rätselhaftesten Küstenlinien Europas. Zwischen dem rauen Atlantik und den tiefgrünen Bergen des französischen und spanischen Baskenlandes folgst du den gewundenen Küstenstraßen und erkundest eine uralte Kultur, die ihre ganz eigene Seele bewahrt hat. Tauche ein in die Traditionen und Gastronomie der Basken und entdecke versteckte Naturschätze, wild zerklüftete Klippen und atemberaubende Strände, von denen du noch lange träumen wirst.

🧭 Das Wichtigste auf einen Blick
  • Was & Wo: Selbstgefahrener Küsten-Roadtrip durch das französische (Iparralde) und spanische Baskenland (Euskadi), ca. 350 – 450 km von Biarritz/Bayonne über Hendaye, Hondarribia, San Sebastián, Zumaia, Deba, Lekeitio und Gernika bis Bilbao.
  • Stationen & Highlights: UNESCO-Geopark Baskische Küste mit Flysch-Formationen (Zumaia/Deba/Mutriku), Game-of-Thrones-Drehorte Itzurun-Strand (Dragonstone) und Gaztelugatxe, Biosphärenreservat Urdaibai, historisches Gernika (Picasso, Versammlungshaus), San Sebastián und Guggenheim-Museum Bilbao.
  • Wie lange dauert der Roadtrip? Ideal 2 Wochen; bewusst als Slow Travel mit Strand- und Reisetagen geplant, machbar auch in 5-7 Tagen wenn es nicht genug Zeit gibt.
  • Was muss man beachten? Campingplätze früh buchen, Wildcampen verboten (bis 5.000 € Strafe), Maut auf der AP-8, Gaztelugatxe erfordert kostenlose Vorab-Tickets (Limit 1.462 Personen/Tag).

Auf diesem Roadtrip wirst du nicht nur spektakuläre Naturphänomene entdecken, sondern auch die schönsten Städte des Baskenlandes erkunden. Das Baskenland ist jedoch politisch gesehen kein eigener Staat sondern auf 3 Hauptregionen und 2 Länder verteilt:

  1. Die autonome Gemeinschaft Baskenland (Euskadi) in Spanien
  2. Die Region Navarra im Landesinneren Spaniens
  3. Das nördliche Baskenland (Iparralde) in Frankreich

Das „Große Baskenland“ (Euskal Herria) umfasst insgesamt sieben Provinzen: vier in Spanien und drei in Frankreich. Überall dort wird Euskara gesprochen, eine der ältesten noch lebenden Sprachen der Welt. Oft erkennst du die Zweisprachigkeit der Region auch an den Ortschildern. Vor allem im spanischen Teil wird zuerst der baskische Name (z.B. Donostia) und dann der spanische (z.B. San Sebastián) genannt.

Dieser Roadtrip führt dich immer entlang der baskischen Küste, also nur durch Euskadi und Iparralde. Es geht vom französischen Biarritz und Bayonne nach Hendaye und von dort über die Grenze nach Spanien zu Orten wie Hondarribia, San Sebastián, Guernica und bis nach Bilbao. Dazwischen kommst du an vielen kleinen Fischerdörfern vorbei und erkundest unter anderem die absolut atemberaubende Flysch-Küste, die auch ein UNESCO Geopark und wahnsinnig genial zum Wandern ist. Aber das sind bei Weitem nicht die einzigen Highlights, die dich in dieser Region erwarten.

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Mehr Informationen

Ich selbst bin diesen Roadtrip an einem Juni mit meinem T3 gefahren und war begeistert – von der Kultur des Baskenlandes, vor allem aber von der atemberaubenden Natur.

Wie lang für einen Roadtrip entlang der Küste des Baskenlandes?

Für diesen Roadtrip empfehle ich 2 Wochen (14 bis 16 Tage). Die direkte Strecke Biarritz–Bilbao beträgt nur etwa 150 km (gut 1,5 Std. über die AP-8). Wenn du alle Küstenumwege und Abstecher dieses Roadtrips mitnimmst, kommst du eher auf 350 bis 450 km. Das kann man theoretisch auch an einem Tag abfahren. Jedoch gibt es auf dieser relativ kurzen Route doch sehr viele tolle Sehenswürdigkeiten und malerische Orte, die einen längeren Aufenthalt wert sind. Zudem gibt es viele Regionen, die super zum Wandern geeignet sind oder auch einfach nur zum Chillen am Strand. Slow Travel ist hier wirklich viel besser als Sehenswürdigkeiten-Hopping.

kurvenreiche Küstenstraße im Baskenland
Kurvenreich: Entlang der herrlichen Küstenstraßen brauchst du meist etwas länger.

Hast du nur eine Woche (5 – 7 Tage) Zeit? Auch dann ist dieser Roadtrip möglich. Dann solltest du allerdings ein paar Orte auslassen und kannst auch nicht länger an einem Ort bleiben.

Bester Start- und Endpunkt des Baskenland-Roadtrips

In diesem Artikel geht es um die Route vom französischen Biarritz bis zum spanischen Bilbao. Bei meinem eigenen Roadtrip reiste ich selbst mit dem Bulli aus Richtung Norden an, weswegen logischerweise Biarritz der erste Stopp war. Die Route kannst du aber auch ohne Probleme einfach umdrehen.

Da es sowohl in Biarritz als auch in Bilbao Flughäfen gibt, kannst du die Route aber auch mit einem Mietwagen planen. Allerdings gibt es deutlich mehr Direkt-Flüge von Deutschland nach Bilbao als nach Biarritz (und auch wieder von dort zurück).

Du kannst den Roadtrip deswegen auch so planen, das Start und Ende in Bilbao liegen. Dann solltest du aber unbedingt genug Zeit einplanen, um von Biarritz wieder nach Bilbao zu fahren. Über die Mautstraße ist die Distanz aber in gut 2 Stunden locker zu fahren.

Baskenland genießen ohne Planungsstress?

In diesem Artikel findest du alle Infos, damit du deinen eigenen Roadtrip durchs Baskenland selbst planen und individuell buchen kannst. Eigene Routen austüfteln, Unterkünfte vergleichen und den perfekten Mietwagen finden macht Spaß – kostet aber auch unheimlich viel Zeit. Wenn du keine Lust auf stundenlange Recherche hast oder dir die Organisation vor Ort einfach zu stressig ist, gibt es eine entspannte Alternative: Organisierte Baskenland-Reisen.

Professionelle Anbieter übernehmen die Buchung der (oft handverlesenen) Hotels, stellen dir eine bewährte Route zusammen und bieten dir eine deutschsprachige Reiseleitung direkt vor Ort. Das ist perfekt für dich, wenn du dich voll und ganz auf Kultur, Pintxos und das baskische Lebensgefühl konzentrieren willst, statt dich über die richtige Reihenfolge der Städte oder ausgebuchte Unterkünfte zu ärgern.

Wenn das eher etwas für dich ist, dann schau dir mal folgende Reise-Angebote an:

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Unterkünfte im Baskenland

Ich habe den Roadtrip so geplant, dass du immer stationäre Phasen mit mehreren Übernachtungen hast und dazwischen Reisetage, an denen du von einer in die nächste Region fährst. So musst du nicht jeden Tag morgens wieder einpacken und auschecken, sondern kannst auch mal einen ganzen Tag die Gegend erkunden, wandern gehen oder einfach am Strand abhängen.

Dafür ist es natürlich wichtig, dass du eine gute Unterkunft hast. Ich selbst war bei meiner eigenen Route meist an Campingplätzen, weil ich mit dem Bulli unterwegs war. Aber da ich selbst auch gerne mal in Hotels übernachte, wenn ich etwas mehr Komfort brauche, habe ich an jedem Ort auch tolle Hotels recherchiert. In Städten wie Bilbao, San Sebastián oder andere gibt es meist keine zentralen Campingplätze, weswegen ich hier in Hotels übernachtete, die auch Parkplätze anbieten – eine wichtige Annehmlichkeit, wenn du mit dem Auto unterwegs bist.

Camping Baskenland

Im gesamten Baskenland gibt es gar nicht so viele Campingplätze die direkt am Meer liegen oder nur wenige Kilometer im Landesinneren. Vor allem im spanischen Baskenland ist die Dichte an solchen Plätzen viel geringer als im französischen Teil. Da gibt es insgesamt nur etwa 10 entlang der Küste. Oft kannst du dort auch nicht nur für eine Nacht stehen, sondern musst manchmal auch mehrere Nächte buchen. Aber die Plätze die es gibt, und die ich auch hier im Artikel empfehle, sind absolut genial.

Campingplatz im Baskenland mit orangen T3
Ein guter Campingplatz macht oft den Unterschied aus.

Beachte: Da die Campingplätze so rar sind, könnte es speziell in der Hauptsaison zu Engpässen kommen. Ich hatte einmal beim Check-in Einblick in das Buchungssystem eines Campingplatzes und da war ab Ende Juli quasi alles rot. Spontan auf den Campingplatz fahren in der Hoffnung einen Stellplatz zu bekommen, könnte speziell dann zu einer unangenehmen Überraschung führen. Ich empfehle dir deshalb immer ein paar Tage vorher zu buchen. In der Nebensaison war das bei mir fast nie ein Problem. Nur an Wochenenden mit Feiertagen hatte ich Mal einen ausgebuchten Campingplatz.

Alternativen zu Campingplätzen sind die Wohnmobilstellplätze (Áreas de Autocaravanas), die du in fast jeder größeren Stadt findest. Die sind zwar meist nicht so schön, aber erfüllen ihren Zweck.

⚠️🏕️ Wildcamping Baskenland: Wildes Campen ist im gesamten Baskenland verboten, besonders in den Naturparks und in Küstennähe im spanischen Baskenland. Da können die Strafen bis zu 5.000€ betragen und es wird auch nachts regelmäßig kontrolliert.

Bulli mit Fahrrad und Blick auf San Sebastian.
Du kannst zwar immer überall anhalten, um die Natur des Baskenlandes zu genießen, aber wild Campen ist verboten.

1. Biarritz und Bayonne

Der erste Routenabschnitt dieses Roadtrips sind eigentlich 2 Stadtbesichtigungen. Du erkundest die beiden benachbarten Orte Biarritz und Bayonne, wobei sich Biarritz als Homebase am besten eignet. Beide Städte lohnen sich definitiv.

Biarritz

Biarritz ist eine Stadt der Schönen und Reichen und das merkst du schon, wenn du nur kurz durch die Altstadt flanierst: tolle Villen und prächtige Hotels, deren Zimmerpreise teilweise bei über 2000 € pro Nacht rangieren. Daneben hat Biarritz aber auch seinen ganz eigenen Surfer-Charme. Kein Wunder, denn schließlich ist Biarritz quasi der Ursprung des Surfens in Europa.

Was du alles in Biarritz unternehmen kannst und viele weitere Tipps, gibt es hier:

Berauschendes Biarritz: 12 Sehenswürdigkeiten zwischen Surfer-Vibe & Glamour🏄‍♂️

📢 Nicht verpassen in Biarritz:

Surfkurse am Strand der Côte des Basques

Bayonne

Bayonne ist die Hauptstadt des französischen Baskenlandes und ein Besuch für einen halben Tag lohnt sich definitiv, und das nicht nur weil es gerade einmal nur etwa 20 Autominuten von Biarritz entfernt liegt.

Bayonne ist wirklich sehr malerisch und toppt für mich sogar Honfleur in der Normandie. Du kannst hier durch die Altstadt laufen und die alte Festungsanlage erkunden. Zudem ist Bayonne auch sehr bekannt für die vielen traditionsreichen Chocolatiers.

Was du alles in Bayonne erleben kannst und viele weitere Tipps, gibt es hier:

Bombastisches Bayonne: 13 Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt des französischen Baskenlandes

📢 Nicht verpassen in Bayonne:

Bayonne zu Fuß: Das Wesentliche dieser mittelalterlichen Stadt der Kunst und Geschichte

2. Biarritz nach Hendaye

Im nächsten Abschnitt geht es nur eine kurze Strecke von Biarritz bis nach Hendaye. Auf dem Weg kommst du am idyllischen Saint-Jean-de-Luz vorbei, das du tagsüber für ein paar Stunden erkunden kannst. Hendaye und das direkt benachbarte, schon zu Spanien gehörende, Hondarribia erkundest du an einem vollen Tag.

Saint-Jean-de-Luz

Diese Küstenstadt ist eine idyllische kleine Strand-Oase mit einer spannenden Historie. Einer der schönsten Orte für mich war hier der malerische Place Louis XIV direkt neben dem Hafen, der auch tatsächlich bei lokalen Malern sehr beliebt ist. Setz dich hier einfach in eines der Restaurants, bestelle dir an einem heißen Sommertag eine Erfrischung und beobachte das rege Treiben um den Platz.

Ansonsten ist natürlich der Grande Plage mitten in der Stadt ein Anziehungspunkt für Besucher. Aber auch ein Blick in die Église Saint-Jean-Baptiste lohnt sich. Schließlich traute sich hier im Jahr 1660 der sicherlich aus dem Geschichtsunterricht wohl bekannte Sonnenkönig Ludwig XIV mit Maria Theresia von Spanien. Mit dem Maison Louis XIV gibt es auch ein kleines Museum im historischen Gebäude in dem der Sonnenkönig einst nächtigte.

📢 Nicht verpassen in Saint-Jean-de-Luz:

Saint-Jean-de-Luz, Baskenland: Bootstour entlang der Küste

Hendaye

Dieser tolle kleine Badeort ist dein letzter Stopp vor der spanischen Grenze. Vom riesigen Strand aus kannst du schon Hondarribia in Spanien erkennen.

Der Strand von Hendaye mit Hondaribia im Hintergrund
Der Strand von Hendaye mit Hondarribia im Hintergrund

In Hendaye gibt es ein tolles Schloss zwischen Bergen und Küste mit tollen Ausblicken auf beides – das Château d’Abbadia, das nach dem Kartografen, Ethnologen und Abenteurer Antoine d’Abbadie benannt ist. Für 2,50 € Eintritt kannst du hier durch den Garten laufen und das Schloss von außen besichtigen. Die Fassade des Schlosses ist besonders, denn es gibt hier viele tierische Steinskulpturen, die das Interesse von Antoine d’Abbadie an der orientalischen Welt und an Afrika widerspiegeln. Findest du alle? Es gibt auch geführte Touren für das Innere des Schlosses, allerdings nicht mit Englisch sprechendem Guide.

Entlang der Küste gibt es in Hendaye einen richtig tollen Wanderweg, der dich etwa 30 bis 45 Minuten um das Gebiet der Rochers des deux Jumeaux führt. Von den Klippen entlang des Weges hast du immer wieder tolle Ausblicke auf die Küste und die Gesteinsformationen im Wasser.

Besonders auffällig am Strand von Hendaye ist die 1884 im maurisch-orientalistischen Stil errichtete Résidence Croisière. Das Gebäude war einst das Casino des Ortes und ist typisch für die Bäderarchitektur der damaligen Zeit.

📢 Nicht verpassen in Hendaye:

Katamaranfahrt in den Abendstunden mit lokalen Aperitifs

Hondarribia

Hondarribia liegt wie Hendaye direkt an der Bidasoa-Mündung. Du kannst den Ort deshalb von Hendaye aus in nur wenigen Autominuten prima erreichen. Ein Spaziergang durch die erhöht gelegene Altstadt mit ihrer mittelalterlichen Stadtmauer lohnt sich. Der historische Kern ist hervorragend erhalten: gepflasterte Gassen, traditionelle Steinhäuser, Wappen an den Fassaden und die typisch verzierten und bunten Holzbalkone.

Erkunde den Kirchplatz an der Santa María de la Asunción y del Manzano und den Platz Gipuzkoa Enparantza, spaziere durch die engen Gassen und halte Ausschau nach den vielen Details, die du hier überall entdecken kannst. Von der Altstadt gelangst du auch recht einfach zum Fischerviertel, wo du entlang der Marina viele lokale Läden und auch Restaurants findest.

📢 Nicht verpassen in Hondarribia

Angeltour auf hoher See mit einer traditionellen Bootsfischerei

3. Hendaye bis San Sebastián

Weiter geht es bis nach San Sebastián. Ich empfehle hier unbedingt den Küstenweg über den Berg Jaizkibel und nicht die Schnellstraße weiter im Landesinneren. Für die Strecke brauchst du zwar länger und es ist mitunter recht steil, aber dafür erwarten dich spektakuläre Ausblicke. Für San Sebastián selbst solltest du dir mindestens 2 volle Tage Zeit nehmen. Meiner Meinung nach ist die Stadt eine der schönsten Europas, vielleicht sogar der Welt.

Ruta Jaizkibel

Entlang der Strecke über den Bergkamm Jaizkibel gibt es mehrere Stopps, die sich lohnen. Der erste ist am Wallfahrtsort Guadalupeko Ama Birjinaren Santutegia. Vom Parkplatz hast du einen tollen Blick auf die Bucht mit Hondarribia und Hendaye. Es gibt aber auch ein paar tolle Wanderwege. Nur ein paar Meter weiter auf der anderen Straßenseite führt ein kurzer Rundweg um das Fort Guadalupeko gotorlekua, das aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Unbedingt halten solltest du auch beim Torre de Santa Bárbara (Jaizkibeleko IV. Dorrea (Santa Barbara)). Der Turm steht auf dem Kammverlauf des Jaizkibel und direkt daneben ist ein Aussichtspunkt, der dir einen sagenhaften Panoramablick über die Landschaft bietet.

Auch auf dem weiteren Weg kommen immer wieder herrliche Ausblicke, von denen du schon teilweise die Bucht von San Sebastián entdecken kannst.

Blick vom Van auf die Berge des Baskenlandes
Einfach mal anhalten, Füße hochlegen und den Ausblick aufsaugen.

San Sebastián

San Sebastián gilt als eine der schönsten Städte der Welt. Sie vereint die landschaftliche Dramatik und Strandkultur von Rio de Janeiro mit der urbanen Eleganz und Architektur Barcelonas – Aber all das auf viel kleinerem Raum. Hinzu kommen einzigartige kulinarische Genüsse, bedeutende historische Gebäude und Naturhighlights mit spektakulären Panoramablicken.

Was du alles in San Sebastián erleben kannst und viele Tipps für einen Städtetrip, erfährst du hier:

Städtetrip Sensation: 21 San Sebastián Sehenswürdigkeiten & Tipps

Zum übernachten empfehle ich trotz Roadtrip ein Hotel. Das Hotel Palacio de Aiete ist aus meiner Sicht die beste Option, wenn du mit dem Auto anreist. Denn hier ist es sehr einfach, Parkplätze zu finden, aber du bist trotzdem nicht ganz so weit aus der Stadt draußen. Bis zum Strand brauchst du etwa 30 Minuten zu Fuß. Zudem ist der idyllische Aiete Park direkt um die Ecke.

Es gibt zwar ein paar Campingplätze die Teil des Stadtgebietes sind, aber doch schon recht weit weg vom Zentrum liegen.

📢 Nicht verpassen in San Sebastián:

Foodtour in San Sebastián: Pintxo-Verkostung mit Weinen

4. San Sebastián bis Zumaia

  • Dauer: Tag 8 bis Tag 9 (1 Übernachtung)
  • Hotel-Tipp: Hotel Flysch
  • Camping-Tipp: Camping & Bungalows Zumaia

Von San Sebastián geht es weiter bis zum wunderschönen Zumaia. Diese Küstenroute ist einfach nur schön. Du kommst dabei an tollen Strandorten wie Zarauz und Getaria vorbei, die einen Zwischenstopp wert sind. Und in Zumaia erkundest du die weltberühmten Flysch-Felsformationen und Drehorte von Game of Thrones.

Zarautz

Zarautz hat den längsten Strand des Baskenlandes. Er ist etwa 3 km lang und bei Badegästen sehr beliebt. Davor gibt es eine belebte Strandpromenade mit Bars und Restaurants. Auch viele Surfer kommen hier an diesen Strand um Wellen zu reiten. Es gibt auch mehrere Surfschulen an denen du das Surfen lernen kannst.

Zarautz Strand
Das ist der längste Strand des Baskenlandes.

Getaria

Getaria ist ein kleiner unscheinbarer Ort an der Küste, birgt aber einige besondere Sehenswürdigkeiten. Du solltest dir definitiv 3-4 Stunden nehmen um diese zu erkunden. Da wäre zum einen der Berg auf der bewaldeten Halbinsel San Anton, die majestätisch ins Meer ragt. Ein Wanderweg führt bis ganz nach oben zu einem Lost Place von dem du tolle Rundumblicke genießen kannst.

Auch die Kirche Salbatore Deunaren Eliza ist einen Besuch wert. Die Bauherren gingen hier besonders kreativ vor, indem sie das Bauwerk dem natürlichen Geländeverlauf anpassten. Das Highlight ist der schräge, zum Altar hin ansteigende Boden, der der steilen Hanglage geschuldet ist. Als Folge derselben Hanglage führt sogar ein überdachter Durchgang unter der Kirche hindurch.

schiefer Boden in der Kirche Salbatore Deunaren Eliza in Getaria
Schieflage: Der Boden der Kirche ist nicht eben, sondern schräg.

Zudem ist Getaria auch der Geburtsort der Modeikone Cristóbal Balenciaga. Ihm zu Ehren wurde deswegen auch ein modernes Museum errichtet. Wenn du kein Modefan bist, kannst du dir aber das ziemlich teure Ticket (14 €) sparen und dir stattdessen einfach nur die imposante Eingangshalle anschauen, die auch ohne Eintritt begehbar ist.

Zumaia

Der Ort Zumaia selbst ist eigentlich recht unspektakulär. Weswegen du ihn aber nicht auslassen solltest. Besonders die Küste hier ist wirklich einmalig. Als ich hier bei meinem eigenen Roadtrip abends ankam und die Wege entlang der Küste erkundete, spürte ich eine ganz besondere Atmosphäre:

Die Wolken stehen heute tief am Horizont, weswegen man den Sonnenuntergang nicht so gut fotografieren kann. Ich probiere es trotzdem. Ein paar Möwen kreisen ihre Runden über dem Strand, auf dem Kinder Linien mit ihren Füßen ziehen und bis weit nach der blauen Stunde noch Fußball spielen. Die Wellen knallen lautstark an den Flysch, diese uralten, aufgefalteten Gesteinsschichten, die das Meer über Jahrmillionen freigelegt und glatt geschliffen hat. Ich bin hier heute schon an der Küste entlang gewandert und habe mir alles ganz genau in Ruhe angesehen. Die meisten Touristen versammeln sich an der Klippe, die aus Instagram bekannt ist. Ich stehe ganz alleine da in kurzen Hosen und bemerke an meiner Gänsehaut, dass ich schon ein bisschen friere. Meine Sonnenuntergangsfotos sind auch irgendwie nicht so gut geworden, wie ich gehofft hatte. Und trotzdem ist dieser Abend an der nordspanischen Biskaya-Küste einer der schönsten Momente meiner Reise. Vielleicht gerade deswegen, weil nicht alles so perfekt war. Ich stehe noch eine Stunde da und sehe die Leuchttürme aufflammen. Die Kinder spielen immer noch. Ich frage mich, wie sie überhaupt noch den Ball sehen können, und gehe zurück zum Hotel.

Zwischen Zumaia und Deba liegt der Geopark der Baskischen Küste mit beeindruckenden Steilküsten und der berühmten Flysch-Felsformation. Er zählt zu den UNESCO Global Geoparks. In Zumaia ist diese Flysch-Formation am spektakulärsten. Besonders von der kleinen Seefahrer-Kapelle San Telmo hast du einen grandiosen Ausblick. Sie war auch Drehort für die Hochzeitsszene der spanischen Komödie „Ocho Apellidos Vascos“, und der Itzurun-Strand von Zumaia diente sogar als die Kulisse für Dragonstone in der Serie Game of Thrones.

Nimm dir auf jeden Fall 2 Stunden lang Zeit, einen Teil des Flysch-Wanderweges zu laufen. Starte von der Kapelle San Telmo und laufe immer entlang der Küste bis zum Aussichtspunkt Algorri (Algorriko Begiralekua). Zurück kannst du dann etwas weiter im Landesinneren durch die kleinen Dörfer und Farmen gehen. Hier findest du den Bereich auf OpenStreetMap.

Cool fand ich die Infotafeln entlang des Weges, die dir erklären, wie die Gesteinsschichten entstanden. Später auf diesem Roadtrip wirst du auch die Gelegenheit haben, weitere Abschnitte dieses traumhaften Wanderweges zu entdecken.

5. Geopark der Baskischen Küste

Dieses Naturphänomen war mein absoluter Favorit auf dem ganzen Roadtrip. Der Geopark der Baskischen Küste zieht sich über die drei Gemeinden Zumaia, Deba und Mutriku und gehört zu den bedeutendsten geologischen Regionen Europas. Berühmt ist es für die Flysch-Formationen an der Steilküste – Millionen Jahre Erdgeschichte, in den Fels geschrieben. Dahinter erwarten dich sanfte grüne Hügel, Wälder und Wiesen, auf denen zutrauliche Schafe, Ziegen und Kühe grasen.

Es ist schwierig, diese Region mit dem Auto zu erkunden. Deshalb empfehle ich dir in einem der Orte eine Unterkunft zu suchen und dann von dort Wanderexkursionen zu starten. Mein Ausgangspunkt war der mit Abstand beste Campingplatz meines Trips in Itxaspe. Aber wenn du dort nichts findest, so kannst du beispielsweise auch in Deba in einem Hotel übernachten.

Itxaspe

An diesem kleinen Dorf gibt es mit dem Camping & Bungalows Itxaspe einen wirklich tollen Campingplatz, der neben Stellplätzen mit Blick auf das Meer auch Ferienwohnungen anbietet und sogar einen Shop und einen Infinity-Pool hat.

Du kannst den Platz als Basis nutzen, um Wanderung in der Region, vor allem entlang des bereits erwähnten Flysch-Wanderweges zu starten. Ich selbst habe vom Campingplatz aus 2 Wanderungen gemacht, die beide absolut genial waren:

  • Richtung Osten bis zur 130 Meter hohen Felswand von Aitzurri und noch etwas weiter. Du läufst dabei durch dichten Wald, über mit Kühen und Schafen bevölkerte, saftig grüne Wiesen und entlang der alten Schienen. Die kannst du aber nur noch an den Tunneln erkennen, durch die du teilweise auch wanderst.
  • Richtung Westen vorbei am Wasserkraftwerk über den Mirador de la Virgen de Itziar und der Kapelle Andre Katalina Baseliza bis nach Deba

Es gibt aber in der ganzen Region noch viele weitere Wege.

Deba

Deba ist eine kleine Stadt an der Mündung des gleichnamigen Flusses und wird in Reiseführern oft nicht erwähnt. Mit dem Playa de Santiago hat es einen der wenigen Strände an der felsigen Küste des Geoparks. Das Highlight der Innenstadt ist die Kirche Santa María la Real mit ihrem oft belebten Kirchplatz.

6. Geopark der Baskischen Küste bis Lekeitio

Leg dir schon mal die Badehose oder den Bikini zurecht. Der nächste Abschnitt deiner Reise wird ein „Beachday“. Die Route bis Lekeitio ist recht kurz, so dass du genug Zeit hast den ganzen Tag an einem der schönsten Strände des Baskenlandes zu verbringen. Einen Zwischenstopp kannst du zudem am Strand von Ondarroa einlegen.

Saturrarán Strand bei Ondarroa

Ondarroa hat mit dem Arrigorri hondartza einen eigenen Stadtstrand. Noch schöner fand ich aber den genau gegenüberliegenden Saturrarán. Der besteht aus etwa 300 m goldenem Sand und bei Ebbe wird der Strand deutlich größer. Es gibt auch Schwimmer, die von einem zum anderen Strand hin und her schwimmen. Das solltest du aber nur tun, wenn du fit genug bist.

Du kannst am Strand auch den selteneren schwarzen Flysch beobachten. Am Ende des Strandes stehen zwei Felstürme im Sand: Der Volkssage nach sind das die versteinerten Körper zweier Liebender, Satur und Aran. Etwas abgetrennt vom Hauptbereich finden auch FKK-Enthusiasten einen unbeobachteten Abschnitt ganz für sich.

Lekeitio

Lekeitio ist einer der entspanntesten Küstenorte des Baskenlands. Besonders schön fand ich die beiden Strände Karraspio und Isuntza an der Mündung des Flusses Lea, an dessen Ufern es noch weitere kleine Strandbereiche gibt.

Vor Karraspio liegt die unbewohnte Insel Garraitz zu der die Badegäste vom Strand auch oft schwimmen. Natürlich solltest du die Strömungen nie unterschätzen, wenn du das auch vorhast. Auch Cool: Bei Ebbe ist es sogar möglich bis dorthin zu laufen.

Auch der Ortskern lohnt sich: das alte Fischerviertel, der Hafen mit seinen Terrassen und die gotische Basilika Santa María de la Asunción, die idyllisch am Hauptplatz steht, mit einem Musikpavillon und dem Rathaus gegenüber. Setz dich auf eine der schattigen Bänke und schau dem Treiben zu.

Camping & Bungalows Leagi

Dieser Campingplatz mit seiner Auffahrt von 26% Steigung ist zwar nichts für schwache Nerven (mit meinem T3 Baujahr 88 habe ich es gerade so hoch geschafft), aber dafür wirst du mit einem wahnsinnig tollen Ausblick auf die Küste von Lekeitio und das Umland belohnt. Dazu kommt, dass der Campingplatz selbst auch sehr entspannt und idyllisch ist.

7. Lekeitio bis Gernika

Der nächste Abschnitt verbindet Natur und Kultur. Je nach Interesse fährst du entlang der Küste oder weiter im Landesinneren – immer durch das beeindruckende Biosphärenreservat Urdaibai, bis zum geschichtlichen Herzen des Baskenlandes: Gernika (Guernica).

Strände Laga und Laida

Wenn du nach dem Beachday vom Vortag noch mehr Lust auf Baden am Strand hast, dann mache einen Stopp am wilden und naturbelassenen Strand Laga. Dieser ist spektakuläre zwischen den Klippen eingebettet und du kannst dich hier in die Meereswellen stürzen. Es gibt auch ein paar Bars und ein Grillrestaurant.

Wenn du weiter an der Straße entlang der Flussmündung Richtung Süden fährst, kommst du auch am Chamäleon-Strand Laida vorbei. Dieser ist bekannt dafür, dass er ständig seine Form und Größe verändert, je nach Gezeiten und Strömungen. Bei Ebbe ist er ein riesiges Sandfeld, bei Flut wird er deutlich kleiner. Da er nicht direkt am Meer liegt, ist er vor allem bei Ebbe besser geeignet für Familien mit Kindern.

Laida Strand
Der Laida-Strand liegt etwas weiter in der Flussmündung und ist bei Ebbe riesig.

Urdaibai Bird Center

Auch wenn du kein eingefleischter Vogelfan bist, solltest du das Urdaibai Bird Center nicht auslassen. Ich bin selbst alles andere als ein Ornithologe und fand es hier trotzdem richtig spannend. Urdaibai ist eine der wichtigsten Raststätten für Zugvögel auf ihrem Weg Richtung Afrika, und genau das macht den Ort aus: Statt auf Vitrinen schaust du durch fest installierte Ferngläser direkt hinaus ins Feuchtgebiet und beobachtest die Tiere, ohne sie zu stören. Nebenbei erfährst du jede Menge über die Vogelzüge und die Region.

Der Eintritt kostet 8 €. Die Aussichtspunkte außerhalb des Geländes kannst du kostenlos erlaufen – der Besuch im Center lohnt sich aber gerade wegen der starken Ferngläser an den Beobachtungsstationen und der Infos, die du hier mitnimmst.

Gernika (Guernica)

Wenn es ein Symbol für das Baskenland gibt, dann ist es Gernika. Es ist die „heilige“ Stadt der Basken und hat eine wichtige historische Bedeutung. Irgendwie merkt man auch diese besondere Atmosphäre, die dieser Ort ausstrahlt, wenn man so durch die Gassen schlendert.

ℹ️ Im Jahre 1937 wurde Guernica während des spanischen Bürgerkrieges von deutschen und italienischen Bombern fast vollständig zerstört. Dies war ein gezielter Schlag gegen die baskische Identität und Terror gegen die Zivilbevölkerung, um den Widerstandswillen gegen das Franco Regime zu brechen. Gelungen ist es jedoch nicht. Auch wenn das Baskenland heute ein Teil Spaniens ist, hat es doch seine Identität bewahrt und auch Gernika wurde wieder aufgebaut. Vor allem im Friedensmuseum (Museo de la Paz) wird dieser Teil der Stadtgeschichte aufgearbeitet.

Auch sehr bekannt ist der „Guernica“ durch das gleichnamige Gemälde von Pablo Picasso, was vielleicht sogar das berühmteste Antikriegsgemälde der Kunstgeschichte ist. Eine Nachbildung dieses Gemäldes findest du auf einer Wand neben der Straße (Picassoren “Gernika” horma-irudia).

eine Reproduktion von Picassos Guernica auf Keramikfliesen, in Originalgröße, an einer Wand nahe dem Versammlungshaus
An einer Wand in der Calle Allende Salazar kannst du eine Reproduktion von Picassos berühmtem Gemälde auf Fliesen/Kacheln bestaunen.

Unbedingt besuchen solltest du das Gernikako Batzarretxea. Es handelt sich dabei um das Versammlungshaus von Gernika und ohne Übertreibung kann man wohl sagen, dass es das institutionelle und symbolische Herz der baskischen Demokratie darstellt. Das Gebäude ist der Sitz des höchsten politischen Organs der Provinz Bizkaia (Juntas Generales de Bizkaia), wo bis heute noch die Vollversammlung tagt. Besonders beeindruckend fand ich das riesige, bunte Glasfenster im Raum neben des Versammlungsraumes. Direkt neben dem Versammlungshaus steht die berühmte Eiche, das Symbol baskischer Freiheit und Selbstbestimmung schlechthin. Der heutige Baum ist ein Nachkomme der ursprünglichen Eiche. In alter Zeit wurde um diese Eiche herum getagt.

Der Eintritt ist frei, aber es wird empfohlen vorher einen Zeitslot online zu reservieren. Wenn nicht viel los ist, werden die Touristen aber auch ohne Anmeldung hinein gelassen.

Super fand ich zudem das Euskal Herria Museoa, ein historisches Museum über die baskische Geschichte. In der ersten Etage gibt es einen spannenden Raum mit vielen historischen Karten. In der zweiten Etage geht es um Baskische Kultur, Traditionen, Spiele und Musik.

Möchtest du alle wichtigen Orte von Gernika entdecken? Dann achte auf die Eichel-Kacheln mit den Pfeilen auf dem Boden. Diese weisen dir den Weg zu den Hotspots.

📢 Nicht verpassen in Gernika

Gernika Rundgang: Krieg und Frieden

8. Gernika bis Gaztelugatxe

Weiter geht es zu einem der genialsten Sehenswürdigkeiten des ganzen Baskenlandes. Ein spektakulärer Ort, der auch aus Game of Thrones bekannt ist und auch deswegen oft sehr überfüllt ist. Aber es ist auch noch möglich dieses Highlight fast ohne andere Touristen zu genießen und die magische Atmosphäre ganz in Ruhe aufzusaugen. Für einen Zwischenstopp lohnt sich auch Bermeo.

Bermeo

Bermeo ist ein traditionsreiches Fischerstädtchen mit einer langen Seefahrergeschichte. Deswegen ist auch der Alte Hafen (Puerto Viejo) mit seinen bunten Fischerhäusern und den davor ankernden Booten das Herzstück des Ortes.

hafen von Bermeo
Bermeo = Bunte Fassaden und Boote.

Gaztelugatxe

Dieser wie ein Zungenbrecher anmutende Ort (ausgesprochen: Gas-te-lu-ga-tsche) ist eines der absoluten Glanzpunkte deines Roadtrips.

ℹ️ Gaztelugatxe ist eine kleine, felsige Insel bzw. Halbinsel an der Küste von Bizkaia. Auf ihrer Spitze thront eine Einsiedelei, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist. Eine Kapelle steht hier nachweislich seit dem Mittelalter (etwa 10./11. Jahrhundert)

Gaztelugatxe Felsen mit Einsiedelei
Der Felsen ist mit dem Festland über eine schmale, steinerne Brücke verbunden. Über sie windet sich ein 243 Stufen langer Treppenweg dramatisch nach oben.

Gaztelugatxe war schon immer eine beliebte Sehenswürdigkeiten, aber seit dem es auch ein Drehort von Game of Thrones geworden ist, ist der Andrang förmlich explodiert. Du solltest deinen Besuch hier deshalb etwas planen. Du musst nämlich Tickets buchen, um über diese fantastische, steinerne Brücke zu laufen. Diese kosten zwar nichts, aber wenn du es nicht machst, kann es sein, dass du nicht bis zum Felsen wandern darfst. So ging es mir auch, als ich an einem Tag mit Zugangsbeschränkung anreiste. Ich merkte erst vor Ort, das ich nur über die offizielle Ticket-Website Eintrittskarten hätte besorgen müssen. Vor allem an Wochenenden, Feiertagen oder allgemein in der Hauptsaison, wird das äußerst schwierig. Denn es gibt dann oft eine Obergrenze von 1.462 Personen pro Tag.

Allerdings gibt es noch die Alternative, sehr früh aufzustehen, vor den offiziellen Öffnungszeiten und bevor die ganzen Besucher kommen. Das ist meist ab 9:00 Uhr. Dafür solltest du idealerweise dann aber eine Unterkunft haben, die nicht ganz so weit weg ist und schon entsprechend früh dort sein.

⚠️ Nicht unterschätzen solltest du die Strecke vom Parkplatz bis auf den Felsen. Erst geht es recht steil an den ganzen Kühen und Restaurants vorbei, bis runter an die Küste. Und von da an musst du dann nochmal die 243 Stufen nach oben zur Kapelle steigen. Hin und zurück brauchst du dafür schon 30 bis 60 Minuten, je nach Fitness Level.

Campingplätze in der direkt erreichbaren Umgebung von Gaztelugatxe gibt es leider nicht. Absolut empfehlen kann ich aber das Hotel Apartamentos Turísticos Rurales Ureta. Von hier bis zum Parkplatz der Sehenswürdigkeit sind es mit dem Auto nur etwa 10 Minuten. Mit dem Fahrrad brauchst du bestimmt so 20-30 Minuten, weil es recht steil bergauf geht. Das Hotel selbst hat tolle große Zimmer und liegt idyllisch in einem kühlen Bergkamm.

Zimmer im Hotel Apartamentos Turisticos Rurales Ureta
Die Apartamentos Turisticos Rurales Ureta liegen nicht nur nah am Gaztelugatxe, sondern haben auch schöne, große Zimmer.

Sollte das keine Option für dich, dann kannst du aber auch über einen der Anbieter eine Tour buchen. Die Kosten zwar etwas, aber dafür bekommst du auch oft einen Guide, der dir viele Hintergrund-Informationen gibt. Solche Touren starten in den größeren Städten Bilbao und San Sebastián:

9. Gaztelugatxe bis Bilbao

Die letzte Etappe führt dich nach Bilbao, der größten Stadt im Baskenland. Dafür solltest du dir auch entsprechend mindestens einen vollen Tag Zeit nehmen. Auf dem Hinweg lohnt sich noch ein Stopp am Bakioko Strand.

Bakioko Strand

Es gibt nicht viel zu tun im verschlafenen Küstenörtchen Bakio, außer am schönen Bakioko Strand zu chillen – aber das ist ja auch schon ausreichend.

Bilbao

In vielen Reiseführern liest du, dass Bilbao ein absolutes Highlight ist. Ich will ehrlich sein: Ich fand die Stadt bei sehr laut und zugebaut und sie hat mich nicht wirklich auf Anhieb überzeugt.

Das lag wahrscheinlich daran, dass ich nach meinem Besuch von San Sebastián auch sehr hohe Erwartungen an Bilbao hatte. Vielleicht lag es auch an den vielen Betonbauten und -brücken, die die Innenstadt durchziehen oder am etwas trüben Wetter während meines Besuchs. Wahrscheinlich ist Bilbao eine dieser Städte, in die man sich erst auf den zweiten Blick verliebt.

Und letztlich fand ich doch nach einem Tag Eingewöhnung ein paar tolle Orte, die ich trotzdem empfehlen kann.

Ein Must Do in Bilbao ist das von Frank Gehry gebaute Guggenheim Museum – schon von außen ein architektonischer Höhepunkt. Wenn du moderne Kunst magst, dann ist natürlich auch ein Besuch des Museums Pflicht. Aber wenn nicht, reicht es auch schon, wenn du dir das Gebäude von außen anschaust und einmal drum herum läufst. Dabei kannst du auch ein paar Werke kostenlos bestaunen:

  • „Puppy“ von Jeff Koons: Ein riesiger Welpe aus einem bunten Blumenteppich.
  • „Maman“ von Louise Bourgeois: Eine 9 Meter hohe Spinne aus Metall am Wasser.

Auch ganz nett fand ich den Plaza Federico Moyúa mit Springbrunnen inmitten eines zentralen Verkehrsknotens der Stadt.

Zudem lohnt sich ein Spaziergang entlang des Stadtflusses Nervión. Dabei kommst du an vielen historischen Gebäuden vorbei, wie etwa dem Rathaus oder dem alten Bahnhofsgebäude (Bilbao La Concordia).

Noch mehr Geheimtipps und sehenswerte Orte findest du hier im Bilbao-Artikel von Britt.

📢 Nicht verpassen in Bilbao

Maut im Baskenland

Es gibt wie in ganz Spanien auch im Baskenland Mautstraßen für die du Geld bezahlen musst. Das betrifft vor allem die AP-8 (Autopista del Cantábrico). Sie geht über 115 km und verbindet Bilbao mit San Sebastián und führt noch weiter bis nach Irun an der Grenze zu Frankreich.

AP steht für Autopista und meist sind diese Straßen vom Staat kontrolliert. Die AP-8 kostet durchgehend Maut. Jedoch sind nicht zwingend immer alle Abschnitte jeder AP mautpflichtig. Zudem gibt es im Bereich Bilbao eine Besonderheit: Denn hier geht die AP-8 hin und wieder nahtlos in die A-8 über. Die A8 ist kostenlos befahrbar. Das A steht dabei für Autovia.

Vor allem in den bergigen Regionen des Baskenland lohnen sich Mautstraßen, um Zeit zu sparen. Bei manchen Strecken kannst du da 1 Stunde rausholen, weil die Routen über die Küstenstraßen einfach viel länger dauern würden als die Autobahn mit Tunneln und Brücken.

Wie du siehst, ist das Baskenland eine fantastische Region für einen Roadtrip. Ich habe hier selbst mehrere Wochen verbracht, aber bei Weitem noch nicht alles gesehen. Wenn ich den Trip nochmal machen würde, würde ich auch mehr Zeit im Geopark verbringen und weniger in Bilbao. Möchtest du auch einmal hier hin reisen? Oder warst du selbst schon mal da? Welche Orte fehlen noch in der Liste? Ich freue mcih auf deinen Kommentar.

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