Mittelalterliche Stadtmauern, die seit der Römerzeit gewachsen sind. Eine Kathedrale, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Schokoladenläden, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Dazwischen schmale Häuserreihen in Rot und Grün, ein Fluss, der sich durchs Zentrum schlängelt, und Märkte, auf denen das Leben tobt. Das ist Bayonne – eine der schönsten Städte des französischen Baskenlandes und eine, die mich länger festgehalten hat als geplant. Hier zeige ich dir, was du dort alles unternehmen kannst und auch solltest.
Von allen Städten, die ich in Frankreich besuchte, überraschte mich Bayonne am meisten positiv. Ich hatte bei meinen Besuch eigentlich keine besonders großen Erwartungen, aber blieb dann doch viel länger als ich eigentlich wollte. Denn Bayonne hat viele pittoreske Ecken in denen du jede Menge tolle Details entdecken und viel zur Geschichte des Baskenlandes lernen kannst. Aber auch moderne Kunst in Form von Street Art und coole Naturspots kommen hier nicht zu kurz. Und das Beste daran: Alles ist hervorragend zu Fuß innerhalb nur eines Tages erkundbar.



Bayonne liegt übrigens nur etwa 20 Autominuten von Biarritz an der Küste entfernt. Auch Biarritz lohnt es sich zu erkunden. Was du dort alles tun kannst, erfährst du hier:
1. Die Stadtmauern von Vauban
Das erste was du von Bayonne sehr wahrscheinlich sehen wirst, ist die historische Stadtmauer.
Die ersten Stadtmauern in Bayonne wurden bereits von den Römern errichtet, als die Stadt noch ein römisches Castrum namens Lapurdum war. Doch richtig ausgebaut wurden sie von Vauban, der von Ludwig XIV. – aka der Sonnenkönig – nach Bayonne entsandt wurde und zwischen 1680 und 1685 die bedeutendste Erweiterung dieser Stadtmauern leitete.

Vom westlichen La Poterne kannst du über den Boulevard Lachepaillet bis zum Porte d’Espagne spazieren und dir dabei die schönsten Teile der alten Stadtmauer anschauen.
2. Botanischer Garten – Jardin Botanique de Bayonne
Richtig cool an Bayonne fand ich den kostenlosen, kleinen botanischen Garten, der in die Stadtmauer eingebettet ist. Er ist im japanischen Stil angelegt, mit einem Wasserbecken voller Fische und Schildkröten, einer roten Brücke, einem Steg und einem Wasserfall. Das Besondere: Die Blumen sind nach Farben oder Düften gruppiert und nicht nach Gattung.




3. Cathédrale Sainte-Marie de Bayonne mit Kreuzgang
Die Kathedrale von Bayonne wurde auf den Ruinen einer alten romanischen Kathedrale errichtet, die 1258 durch einen Brand zerstört und im gotischen Stil wieder aufgebaut worden war. Ihre berühmten Türme erhielt die Kirche erst im 19. Jahrhundert. Der im 13. und 14. Jahrhundert erbaute Kreuzgang ist einer der größten Frankreichs. Seit 1998 zählt die Kathedrale sogar zu den UNESCO Weltkulturerben.

Das Beste: Der Eintritt zur Kathedrale und dem Kreuzgang sind frei. Aber beide haben unterschiedliche Eingänge mit unterschiedlichen Öffnungszeiten.




Spannend in der Kathedrale fand ich die die purpurroten und grünen Deckengewölbe mit ihren detailreichen Verzierungen. Solche intensiven Farben und Bemalungen hatte ich vorher in Frankreich noch nirgendwo gesehen. Sie sind im Figurenstil gehalten, der typisch für das 14. Jahrhundert ist, aber stammen eigentlich aus dem 19. Jahrhundert. Vor wenigen Jahren wurden sie zudem nochmal komplett neu restauriert, weswegen die Farben so beeindruckend wirken.
4. Château-Vieux – Gaztelu Zaharra
Dieses Schloss, mitten in Bayonnes Altstadt gelegen, wurde auf den Überresten eines römischen Castrums errichtet. Einige seiner Türme gehen noch auf römische Fundamente zurück. Unter Vauban wurde es ein Teil der Stadtbefestigung. Seit 1931 steht es unter Denkmalschutz.


Das Innere des Schlosses ist leider nicht begehbar (Nur während der Denkmaltage „Journées européennes du patrimoine“ im September) aber du kannst einmal komplett außen herumlaufen und die beeindruckende Architektur bestaunen.
5. Der Fluss Nive
Die Nive ist der Fluss, der durch das Zentrum Bayonnes fließt und sich prima für ausgiebige Spaziergänge eignet. Von beiden Ufern kannst du die jeweils gegenüberliegenden Häuserreihen mit ihren schmalen Wohnhäusern bestaunen.



Die Nive teilt die Altstadt in 2 Bereiche:
- Grand Bayonne: Das historische Zentrum auf der Westseite der Nive mit den meisten Sehenswürdigkeiten.
- Petit Bayonne: Auf der östlichen Seite der Nive mit vielen Bars und Restaurants.
Es ist aber auch möglich die Nive per Kajak zu entdecken, wenn du Lust auf etwas sportliche Betätigung hast.
6. Halles de Bayonne
Solltest du an einem Samstag Morgen in Bayonne sein, dann ist ein Besuch des überdachten Marktes ein Muss. Neben den rund zwanzig Geschäften innerhalb von „Les Halles“ kommen dann noch etwa sechzig weitere Stände hinzu, an denen Gemüse, Käse und Fisch sowie Speisen zum sofortigen Verzehr angeboten werden. Am besten du machst es wie die Einheimischen: Setz dich hin, bestell ein Bier oder einen Kaffee zusammen mit ein paar Austern und genieße die Atmosphäre!

Aber auch neben Samstagen ist der Markt jeden Tag von 7:00 Uhr bis 13:30 Uhr geöffnet (bis 14:30 Uhr an Freitagen, Samstagen und Sonntagen).
7. Baskisches Museum
Im Baskischen Museum kannst du jede Menge zur Geschichte, Sprache, Architektur und Kultur des Baskenlandes lernen und auch welche Rolle Bayonne dabei spielte.



Die ganzen Infotafeln im Museum sind allerdings nur in spanisch, französisch und baskisch beschrieben. Wenn du eine der Sprachen sprichst ist es super, ansonsten solltest du Tools wie Google Translate oder ähnliches nutzen. Die Mitarbeiter am Eingang bieten aber zumindest auch ein Infoheft auf Englisch und auch Deutsch an, dass auch ein paar der Ausstellungstücke genauer beschreibt.
8. Trinquet Saint-André – Der älteste Tennisplatz Frankreichs
Dieser Tennisplatz ist kein gewöhnlicher Tennisplatz, sondern eine historische Spielstätte für den traditionellen baskischen Ballsport namens Pelota Basca. Der Ursprung des Gebäudes reicht sogar bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück.

Wenn du das baskische Museum besuchst, wirst du über diese Sportart viel lernen können, aber noch besser ist es natürlich live zuzuschauen. Im Innern der Anlage gibt es zudem ein baskisches Restaurant.
🎾 Beim Trinquet Saint-André handelt es sich genau genommen um ein Jeu-de-Paume-Halle – also der Vorläufer des modernen Tennis. Er gilt als der älteste seiner Art in Frankreich und wurde erstmals im 16. Jahrhundert urkundlich erwähnt.
9. Musée Bonnat-Helleu
Das Museum Bonnat-Helleu zeigt Sammlungen von Gemälden, Skulpturen, Kunstgegenständen und Zeichnungen. Das Herzstück des Museums ist das Grafikkabinett. Es umfasst über 3.500 Zeichnugnen von Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael, Dürer, Rubens, Rembrandt, Poussin und Watteau.
Erwähnenswert ist, das es zwischen diesem Museum und dem Louvre in Paris eine Verbindung gibt, weswegen hier auch viele Werke aus dem Louvre untergrabracht sind.
10. Die Schokoladengeschäfte Bayonnes
Wenn du so durch die Gassen Bayonnes schlenderst, werden dir sicherlich die ganzen Schokoladenschilder ins Auge stechen. Denn Bayonne ist die historische Hauptstadt der Schokolade. Ende des 15. Jahrhunderts, als die Juden aus Portugal und Spanien vertrieben wurden, ließen viele davon sich in Bayonne nieder und brachten gleichzeitig das Know-How der Kakaoröstung und Schokoladenherstellung mit.

Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Bayonne ganze 34 Schokoladenhersteller – mehr als in der Schweiz. Heute gibt es nicht mehr ganz so viele, aber doch immer noch einige. Die bekanntesten Schoko-Geschäfte mitten in Bayonne sind:
- Chocolatier Pariès: Letzte Chocolaterie Bayonnes in direkter Familiennachfolge, seit 1895 bereits in fünfter Generation
- Chocolat Cazenave: Heiße Schaumschokolade in Limoges-Porzellan mit Schlagsahne und Buttertoast
- Chocolaterie Pascal: Prämierte Ganaches und Pralinés
- Atelier du chocolat: Erfinder des „Bouquet de Chocolat“: Schokoladenblätter als Blumenstrauß
- Monsieur Txokola: Hinter Glasscheiben kannst du den kompletten Herstellungsprozess kostenlos live beobachten
- Chocolaterie Xokola Etxetera: Kleine Familienchocolaterie in einem Fachwerkhaus aus dem 15. Jahrhundert

Ende May/Anfang Juni gibt es in Bayonne auch ein Schokoladenfestival, was von der Stadteigenen Schokoladen-Akademie veranstaltet wird.
11. Église Saint-André
Die Église Saint-André ist eine weitere historische Kirche in Bayonne. Sie wurde allerdings erst zwischen 1856 und 1869 errichtet. Ein bisschen erinnert die Kirche von außen an den Pariser Notre-Dame.


12. Château Neuf – Gaztelu Berria
Wenn du einmal quer durch Petit Bayonne läufst kommst du am anderen Ende am Château Neuf an. Es ist weniger bekannt als das Château-Vieux, aber nicht weniger Beeindruckend. Errichtet wurde es 1451 am Ende des 100-jährigen Krieges als Frankreich Bayonne von den Engländern zurück eroberte. Es wurde auf den Resten der englischen Befestigungsanlage gebaut.

Das Château Neuf ist nicht öffentlich zugänglich, du kannst es aber von außen bewundern. Teile des Château gehören zur Universität.
13. Street Art in Bayonne
Wusstest du, dass Bayonne eine der wichtigsten Städte für Street Art auf der Welt ist? Seit 2017 gibt es hier jährlich das Festival „Points de Vue“ im Oktober. Dann verwandelt sich die historische Stadt in eine Freiluftgalerie mit zahlreichen Wandbildern internationaler Künstler, besonders in den Vierteln Petit Bayonne und Saint-Esprit und der Rue Sainte-Catherine wo sich auch die Kaxu Galerie befindet.

Aber auch in anderen Ecken der Stadt gibt es immer wieder neue Graffitis zu entdecken. Bekannt ist zudem der Graffitikünstler C215, der einige Briefkästen in Bayonne mit Schablonenbildern verziert hat: anonyme oder berühmte Persönlichkeiten, Tiere und es gibt sogar einen Gremlin! Nimm dir am besten etwas Zeit um durch die Gassen der Stadt zu laufen und achte auf die Häuserwände und Details.
Hoteltipps für Bayonne
Möchtest du in Bayonne übernachten, dann suche dir am besten ein Hotel direkt in der Altstadt. Das Hôtel Villa KOEGUI Bayonne ist eines der am besten bewerteten Hotels der Stadt und liegt in Petit Bayonne direkt neben dem Musée Bonnat-Helleu.
Auch ein tolles Hotel ist das historische Hôtel Mercure Bayonne Centre Le Grand Hotel, das mitten in der Altstadt liegt.
Wie du siehst, lohnt sich zumindest ein Abstecher in die Hauptstadt des französischen Baskenlandes. Warst du selbst schonmal in Bayonne? Welche Bayonne Sehenswürdigkeiten fehlen noch in der Liste? Ich freu mich über deinen Kommentar.
Tools & Services, die ich für deine Reise empfehle:*
💰 Schutz auf Reisen mit einer Reiseversicherung
📶 Mobiles Internet weltweit flexibel und kostengünstig
📷 Meine Kamera & Mein Objektiv
🚁 Meine Drohne für Luftaufnahmen
🏨 Hotels buchen auf Booking.com
🚗 Günstige Mietwagen finden und vergleichen
🎟 Coole Aktivitäten finden und buchen
🔒 Sichere Internetverbindung mit NordVPN
*Hinweis: Diese Links sind Affiliate-Links. Bei einer Buchung darüber erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ein Abschluss von dir über diese Links hilft mir, weiterhin kostenlose und werbefreie Inhalte auf dieser Website anzubieten. Danke für deine Unterstützung!