Garachico – 11 Tipps für das historische Küstenjuwel auf Teneriffa

Garachico – 11 Tipps für das historische Küstenjuwel auf Teneriffa

Im Jahr 1706 begrub ein Lavastrom den wichtigsten Hafen Teneriffas. Was übrig blieb, ist heute eines der schönsten und stimmungsvollsten Städtchen der Insel: Garachico, ein kleiner Küstenort im Norden, gebaut aus demselben dunklen Vulkanstein, der ihn fast ausgelöscht hätte.

Schwere Fassaden, enge Gassen, in denen kaum ein Auto Platz findet, gemütliche Plätze – und eine Ruhe, die du im Süden Teneriffas vergeblich suchst. In diesem Artikel zeige ich dir die Sehenswürdigkeiten, die du nicht auslassen solltest – plus Tipps zur Übernachtung und zum besten Blick über die Dächer.

Bis ins Jahr 1706 war Garachico das wichtigste Handelszentrum Teneriffas: Vor allem Zucker und Wein, aber auch Artikel wie gegerbte Leder, Teer oder Seidenstoffe der Insel gingen vom Hafen der Stadt nach England, Flandern und nach Amerika. Doch dann brach der Montaña Negra aus. Die Lavaströme wälzten sich durch den Ort ins Meer und begruben den Hafen unter sich. Über Nacht war die wirtschaftliche Grundlage verschwunden – der Handel verlagerte sich nach Puerto de la Cruz, und Garachico wurde wieder das, was es vorher war und auch heute noch ist: ein entspanntes kleines Dorf am Wasser.

In zwei bis drei Stunden hast du Garachico gesehen: die engen Gassen der Altstadt, die schattigen Plätze, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Dazwischen bleibt Zeit für die kleinen Läden im Ort und für frischen Fisch mit Blick aufs Meer.

Parken kannst du am besten und auch kostenlos im großen Gelände neben dem Nonnenkloster. Von hier aus kannst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt zu Fuß erkunden.

Garachico Karte

Alle Garachico Sehenswürdigkeiten aus diesem Artikel findest du auch hier auf der Karte:

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Hoteltipp in Garachico

Es lohnt sich aber, Garachico länger zu besuchen. Es ist zwar auch ein bei Touristen beliebter Ort, jedoch geht es hier oft etwas ruhiger und gemächlicher als in Puerto de la Cruz oder in den Hotelhochburgen im Süden zu.

Solltest du hier übernachten wollen, dann ist das Hotel La Quinta Roja by LIVVO wahrscheinlich die beste Wahl.

Hotel La Quinta Roja by LIVVO von außen
Altstadt-Herrenhaus
9.2 booking.com
9.4 expedia

Ein restauriertes Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert, früher Sitz der Marqueses de la Quinta Roja, mit nur 20 Zimmern rund um einen Innenhof mit Marmorbrunnen. Holzdecken, Dachterrasse, Sauna und Whirlpool – klein, ruhig und komplett in den historischen Ortskern eingebettet.

  • Direkt am Glorieta de San Francisco im Zentrum von Garachico: 50 m zu den Naturpools El Caletón, rund 500 m zur Playa de Garachico und 800 m zum Hafen – alles zu Fuß in wenigen Minuten.
  • Restaurant und Bar, Frühstücksbuffet, Sauna und Whirlpool, Dachterrasse, Garten, Fitnessraum, Bibliothek, kostenfreie Leihfahrräder und WLAN; Autovermietung im Haus, eigene Parkplätze gibt es nicht.

Es gibt aber noch weitere Optionen zum Übernachten in Garachico.

Die besten Hotels in Garachico

Garachico ist klein, deshalb wohnst du hier am besten direkt in der historischen Altstadt rund um die Plaza de la Libertad. Das Angebot besteht vor allem aus charmanten kleinen Hotels in alten Herrenhäusern und Apartments mit Meerblick, und da es davon nicht viele gibt, lohnt es sich, früh zu buchen.

Hotel in Garachico sichern

1. Natürliche Pools – Piscinas Naturales „El Caletón“

Beim Vulkanausbruch von 1706 formten die Lavaströme eine zerklüftete Landschaft aus Becken, Kanälen und Felsbrücken, die heutzutage ein kostenloses natürliches Schwimmbad sind. Über die Treppen mit Geländern und die Leitern gelangst du an verschiedenen Stellen recht einfach ins Wasser.

Die Lava, die einst den Ort zerstörte, sorgte gleichzeitig für die heutige Hauptattraktion, die vor allem im Sommer richtig gut besucht ist. Bei hohem Wellengang, der oft im Winter vorkommt, sind die natürlichen Pools aber oft geschlossen.

Direkt neben den Pools gibt es mit dem El Caletón Restaurante Chill Out auch ein Restaurant, in dem du direkt am Meer dinieren kannst. Es gibt hier tagesfrischen Fisch und Meeresfrüchte, aber auch andere Gerichte. Das Restaurant ist auch ein toller Ort für einen Sundowner am Abend.

2. Castillo de San Miguel

Das Castillo de San Miguel ist eine kleine Festung direkt am Wasser neben den Naturpools, die Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde. Auffällig ist der schwarze Vulkanstein, aus dem sie gebaut wurde. Es ist eines der wenigen Gebäude, die den Vulkanausbruch von 1706 überlebt haben.

Leute an den Naturpools vorm Castillo de San Miguel in Garachico
Das Castillo de San Miguel steht direkt neben den Naturpools.

Für ein paar Euro kannst du die Burg auch von innen besichtigen und oben auf die Aussichtsplattform steigen.

3. Plaza de la Libertad

Der Plaza de la Libertad ist der zentrale und auch einer der schönsten Plätze Garachicos. Er ist hervorragend geeignet, um dich etwas auf einer Bank unter den schattigen Bäumen auszuruhen und das Treiben zu beobachten. In der Mitte steht ein Simón-Bolívar-Denkmal, das 1970 vom Bildhauer Juan Jaén aus Gran Canaria geschaffen wurde. Im kleinen Kiosk des Musikpavillons kannst du dir eine Erfrischung holen.

Um den Platz herum stehen ein paar der wichtigsten Gebäude des Ortes.

4. Iglesia de Santa Ana

Die Iglesia de Santa Ana ist die Hauptkirche Garachicos, direkt am Plaza de la Libertad. Ihr Glockenturm ist das Wahrzeichen des Ortes. Sie wurde in der typisch kanarischen Bauweise errichtet, mit hellem Putz und Einfassungen aus dunklem Vulkanstein.

Für 2 Euro kannst du das kleine Museum im Inneren sehen und auch auf den Glockenturm steigen.

5. Palacio de los Condes de La Gomera

Der Ursprung dieses Hauses, das als ein herausragendes Beispiel künstlerischer Qualität gilt, ist ein altes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Es gehörte der Familie Ponte, die den Ort maßgeblich prägte.

Fassade der Casa de Piedra in Garachico
Nur das Bossenwerk-Mauerwerk und der Hauptzugang der Fassade mit kannelierten Säulen sind heute noch erhalten.

Die Familie Ponte kam eigentlich aus Genua und wurde über den Zuckerrohr- und später Weinhandel zur reichsten Familie Garachicos. Cristóbal de Ponte beispielsweise gründete 1524 das Franziskanerkloster. Später ging der Komplex an die Grafen von La Gomera über.

6. Convento de San Francisco

Dieser Klosterkomplex wurde 1524 von Cristóbal de Ponte an der Stelle der Kapelle Nuestra Señora de Los Ángeles errichtet. Er steht auf einem hohen Sockel, und die Innenaufteilung folgt den grundlegenden Mustern der Klosterarchitektur auf den Kanarischen Inseln.

Convento de San Francisco in Garachico Fassade
Der ehemalige Convento de San Francisco, 1524 von Cristóbal de Ponte gegründet und heute Kulturzentrum Garachicos.

Nach Fertigstellung der Arbeiten statteten die einflussreichsten Familien der Stadt die Kirche mit ihren jeweiligen Kapellen aus. Diese reichten bald nicht mehr aus, sodass weitere Kapellen am Kreuzgang ergänzt wurden.

Heute ist das Kloster ein Kulturhaus, das du montags bis samstags vormittags und nachmittags besichtigen kannst.

7. Parque de la Puerta de Tierra

Mitten in diesem kleinen botanischen Garten, mehrere 100 Meter vom Wasser entfernt, steht das Puerta de Tierra – das alte Hafentor. An dieser Stelle stand einst der Hafen, bevor er vom Vulkanausbruch verschüttet wurde. Läufst du durch dieses Tor in Richtung des neuen Hafens, so wandelst du quasi über die alten Lavaströme, über neues, von der Lava geschaffenes Land.

8. Calle Esteban de Ponte

Die Hauptstraße Garachicos ist eine der ältesten der Stadt – sie taucht schon auf der Karte auf, die der italienische Ingenieur Leonardo Torriani Ende des 16. Jahrhunderts zeichnete.

Calle Esteban de Ponte in Garachico
Häuser mit den typischen Holzbalkonen entlang der Calle Esteban de Ponte.

Heute reihen sich Läden, Tascas und kleine Hotels in renovierten Altbauten aneinander. Zwei Gebäude lohnen einen Blick: das alte Augustinerklosters San Julián gegenüber der lokalen Parfümerie und das Kloster der Franziskanerinnen – das einzige der einst fünf Konvente Garachicos, in dem bis heute Nonnen in Klausur leben.

9. Santo Domingo Plaza

Nur wenige Garachico-Besucher verirren sich auf diesen malerischen Platz, etwas abseits der Altstadt. Es ist der Garten mit Springbrunnen und Bäumen vor dem ehemaligen Dominikanerkloster, das heute ein Seniorenheim ist. Seine Fassade, mit den verzierten Holzbalkonen, gilt als eine der schönsten Klosterfassaden auf ganz Teneriffa. Und dazu kannst du den herrlichen Blick auf das Meer genießen.

10. Cultural space CajaCanarias Garachico (Ehemaliges Kloster von San Julián)

Das ehemalige Kloster San Julián wurde um 1621 vom Kapitän Julián Moreno Cutiño gegründet und war einst angesehen, weil es Sitz einer großen Schule für Kunst und Latein war. Im Laufe seiner Geschichte fiel es wiederholt dem Feuer zum Opfer. Als einzige Erinnerung an die Vergangenheit ist ein Rundbogen an der Hauptfassade erhalten geblieben.

Innen hof des Garachico Cultural space CajaCanarias
Der Eintritt zum Kulturzentrum ist frei und auch der schöne Innenhof ist kostenlos zugänglich.

Heute nutzt es die CajaCanarias-Stiftung als Kulturraum (Espacio Cultural CajaCanarias). In dem Gebäude finden entsprechend Ausstellungen und Veranstaltungen statt.

11. Mirador El Lagarito

Den besten Ausblick auf Garachico, den du auch im Titelbild des Artikels siehst, hast du vom Mirador El Lagarito entlang der Serpentinen-Straße TF-421. Auch schön ist der Mirador de Atalaya, der am Ende einer kleine Nebenstraße in der Nähe liegt. Es ist in dieser Sackgassenstraße allerdings nicht so einfach, mit dem Auto umzulenken

Flacher Vorsprung auf dem Garachico liegt.
Von oben erkennst du gut den flachen Vorsprung, den die Lava ins Meer geschoben hat und auf dem Garachico liegt.

Warst du selbst schon einmal in Garachico? Hat es dir dort auch so gut gefallen wie mir oder fehlen noch Tipps in diesem Artikel? Ich freue mich auf dein Feedback.

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