Roadtrip USA Tipps

12 unverzichtbare USA Roadtrip Tipps, die du kennen solltest

Mit dem Auto oder sogar Motorrad durch die USA zu fahren ist der Traum eines jeden Roadtrip-Fans. Es gibt so viele weltberühmte Routen, die durch fantastische Landschaften führen, egal ob du dabei nur einen oder gleich mehrere Staaten bereist. Aber das Autofahren in den USA birgt auch ein paar Besonderheiten. Deshalb gebe ich dir hier jede Menge Tipps zu Straßenverkehrsregeln, typischen Fehlern und was du bei einem Roadtrip durch Amerika sonst noch beachten solltest.

Ich selbst war 3 Wochen in Kalifornien unterwegs und bin dabei stolze 6.000 km durch den Sonnenstaat gefahren, mit kurzen Abstechern nach Nevada.

Roadtrip Kalifornien VW Bus in Santa MonicaUSA Westküste: Der ultimative Kalifornien Roadtrip (3 Wochen): Hier erfährst du alles über diesen Roadtrip: Welche Route ich gefahren bin, wie viel ein Roadtrip durch Kalifornien kostet und jede Menge Tipps.

Redwoods Avenue of Giants

Eine der beeindruckendsten Streckenabschnitte führte mich durch mächtige Wände aus Redwood-Trees.

Grundsätzlich ist das Autofahren in den USA relativ leicht. Es herrscht ganz normaler Rechtsverkehr, wie in Deutschland, und oft sind die Straßen sehr breit und vor allem gerade. Kritisch wird es eher in den Ballungsgebieten, vor allem Los Angeles, wo es viel Stau gibt und du sehr konzentriert fahren musst.

Los Angeles Highway

In und um Los Angeles mit dem Auto zu fahren, macht nicht wirklich Spaß.

Viele Touristen machen beim Fahren durch die USA Fehler, die du unbedingt vermeiden solltest. In diesem Artikel verrate ich dir, welche das sind.

1. Vermeide Mautstraßen

Wenn du aus Versehen entlang von Mautstraßen (Toll Roads) fährst, dann kann das teuer werden. Pro Tag an dem du nicht bezahlst, werden dann mehrere Dollar Gebühren fällig. Die meisten Mautstraßen führen über Brücken oder durch Tunnel.

Bei Autovermietern wird dir oft zusätzlich ein elektronisches Gerät angeboten, mit dem du auf den meisten Mautstraßen fahren kannst. Das kostet mehrere Dollar extra pro Tag. In den meisten Fällen brauchst du das nicht wirklich. Erstens ist nicht jede Toll Road elektronisch bezahlbar und zweitens gibt es gar nicht so viele Mautstraßen und du kannst die meisten auch umgehen. Die, die in Kalifornien wohl die meisten Reisenden aus Versehen fahren ohne zu zahlen, ist die Golden Gate Bridge. Hier wird aber auch nur von Nord nach Süd abgerechnet. Wenn du nur aus der Stadt heraus fährst Richtung Norden, ist es kostenlos.

Golden Gate Bridge San Francisco

Von Nord nach Süd, also in die Stadt hinein, musst du entlang der Golden Gate Bridge Maut zahlen.

Je nach Bundesstaat kann das aber variieren. Bei Sixt findest du einen guten Überblick über alle Mautstraßen der USA: Sixt Toll-Roads Finder. Oft gibt es für unterschiedliche Mautstraßen auch unterschiedliche Anbieter, die unterschiedlichste Regeln haben und unterschiedlichste Bezahlmethoden erlauben oder nicht.

TIPP:

Meide Mautstraßen, in dem du diese Option auf deinem Navi bei der Routensuche einstellst. Bei Google Maps geht das beispielsweise ganz einfach unter “Optionen”.

2.  Beachte die Verkehrsregeln (1): Rechts abbiegen bei Rot

In Deutschland darfst du bei roten Ampeln nur rechts abbiegen, wenn darunter noch ein Schild mit grünem Pfeil steht. In den USA ist das anders. Hier darfst du auch bei Rot immer rechts abbiegen, außer es ist explizit verboten. Natürlich hat der Grün-Verkehr Vorfahrt. Also schaue erst ob etwas kommt, bevor du bei Rot abbiegst.

3. Beachte die Verkehrsregeln (2): Vorfahrt auf Kreuzungen

Bei Kreuzungen mit Stoppschildern sind die Regeln etwas anders als in Europa. Hier gilt nicht rechts vor links, sondern wer als erstes da ist, fährt auch zuerst. Du musst also die Autos zu erst fahren lassen, die auch zuerst am Stoppschild anhalten. Danach kannst du dann fahren. Das klingt vielleicht etwas chaotisch, funktioniert aber sehr gut.

4. Beachte die Verkehrsregeln (3): Überholmanöver auf dem Highway

Während es in Deutschland auf der Autobahn nur erlaubt ist, links zu überholen, darf man auf den mehrspurigen Highways in den USA links und rechts vorbeifahren. Du solltest also beim Spurwechsel, auch von links nach rechts, immer sehr genau in den Spiegel schauen, ob nicht gerade jemand zum Überholen ansetzt.

Death Valley Highway durch Blick in Rückspiegel

Vor allem auf mehrspurigen Highways ist ein regelmäßiger Blick in den Rückspiegel pflicht.

5. Parke richtig in den USA

Parken in den USA, vor allem in den großen Städten, kann heikel werden. Dort ist es nicht nur sehr teuer sondern oft auch unsicher, vor allem wenn du über Nacht parkst. Gegen die Preise kannst du nicht viel machen. Aber gegen Diebstahl schon. Deshalb gilt: Lasse niemals etwas im Auto liegen, was auch nur irgendwie im geringsten Maße anlockend für potentielle Diebe sein könnte. Das gilt nicht nur wenn du nur für 10 Minuten auf der Straße parkst sondern auch in Parkhäusern, die überwacht sind.

Ich wurde vor allem in San Francisco von Freunden, die schon Jahre dort leben, davor gewarnt.

Um möglichst günstige Parkplätze zu finden, oder um überhaupt noch Parkplätze zu finden (was oft nicht so einfach ist) gibt es ein paar gute Apps, wie z.B. Parking Panda, Spot Hero oder ParkMe (links zu allen Apps: siehe Punkt 11)

USA verlassenes Auto

Ganz so extrem wie auf dem Bild ist es zwar nicht, aber es werden immer wieder Autos aufgebrochen – vor allem in den Großstädten.

6. Informiere dich über Straßensperren

6.430.366 Kilometer. So groß ist das größte Straßennetz der Welt – das der USA. Bei so vielen Straßenkilometern kommt es nicht selten vor, dass einzelne Routen auch einmal gesperrt sind.

Das kann aufgrund von plötzlichen Naturkatastrophen auch über Nacht geschehen. Im Winter und Frühling wegen Überschwemmungen oder Erdrutschen, Im Sommer und Herbst wegen Waldbränden, Erdbeben oder aus anderen Gründen. Das gilt besonders auf abgelegenen Strecken, wie etwa im Norden Kaliforniens.

Sierra Nevada Kalifornien

Vor allen in den Bergregionen und entlang der Küste im Norden und Osten Kaliforniens, gibt es häufig wetterbedingte Straßensperren.

Du solltest dir hier jeweils am Tag vorher aktuelle Informationen über den Highways deines nächsten Routenabschnittes einholen. Auf der Website der DOT (Division of Traffic Operations) findest du aktuelle Straßensperren und Informationen über die Bedingungen entlang der Strecken in Kalifornien. Auf der Website der Federal Highway Administration gibt es Links zu Websites mit Highway-Informationen in allen Bundesstaaten.

Aber nicht immer sind die Online-Information up-to-date oder verfügbar. Auch Google Maps zeigt gesperrte Abschnitte nicht an und versucht dich oft trotzdem durch zuschicken. Hinzu kommt, dass auch die Beschilderung auf den Straßen selbst oft verwirrend ist.

TIPP:

Deshalb mein Tipp: Sobald du irgendwo auf der Strecke ein Schild siehst, auf dem „Road Closed“ steht, dann halte an und frage einen Local, z.B. in einer Tankstelle, nach der aktuellen Situation und den besten Umwegen.

7. Halte dich an die Geschwindigkeitsgrenzen

Du solltest dich in den USA unbedingt an die Geschwindigkeitsgrenzen halten. Auch in den abgelegensten Regionen lauern die Cops. Auf meinem Roadtrip war es richtig auffällig, wie oft Leute mitten im Nirgendwo angehalten wurden.

Nur eine geringe Überschreitung kann schon über 100 Dollar kosten, weil neben der eigentlichen Strafe auch noch zusätzliche Gebühren hinzu kommen. Das ist von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr unterschiedlich und selbst innerhalb der einzelnen Staaten gibt es in den jeweiligen Counties große Unterschiede. Auf dieser Website bekommst du eine Übersicht.

Grundsätzlich gelten in Kalifornien die folgenden Geschwindigkeitsbegrenzungen, falls nicht anders ausgeschildert:

  • Freeway: 65 – 70 mph (= 105 – 113 km/h)
  • Freeway in Ortschaften: Meist 55 – 65 mph (= 80 – 105 km/h)
  • normale Straßen in Ortschaften: 25 – 35 mph (= 40 – 48 km/h)
  • Interstate Highway: bis zu 85 mph (137 km/h)
  • Entlang von Schulen musst du zu gewissen Zeiten oft sehr langsam fahren.
Kalifornien USA Baustelle

Vorsicht: In Baustellenbereichen sind die Strafen für zu schnelles Fahren oft doppelt so teuer.

Auch hier gibt es Unterschiede von Staat zu Staat.

TIPP:

Praktisch: Apps wie “Here WeGo” zeigen dir die erlaubten Geschwindigkeiten an.

8. Spare bei Benzinkosten

Benzin zählt zu den eher billigeren Dingen in den USA. Bei meinem Roadtrip durch Kalifornien habe ich nur 267,4 Dollar für 6.000 km Fahrt für Sprit bezahlt.

Die Preise pro Gallone (= 3,78541 Liter) liegen etwa zwischen 2,60 und 3,30 Dollar (also 0,69 bis 0,87 Dollar pro Liter) , je nachdem wo du tankst. Vereinzelt habe ich in abgelegenen Regionen, wie z.B. dem Death Valley, sogar Preise von 4,40 pro Gallone gesehen.

Oft ist der Preis für eine Gallone außerhalb von großen Städten geringer. Teurer wird es aber auch in ganz abgelegenen Gegenden. Manche Tankstellenmarken sind günstiger als andere. Mit den richtigen Apps, findest du immer das beste Angebot (Siehe Punkt 11).

9. Wie funktioniert das Tanken in den USA?

Anders als in Deutschland, musst du an den Zapfsäulen in den USA erst zahlen und kannst dann Tanken. D.h. du musst erst zum Kassierer gehen und ihm Geld geben, er schaltet dann die Säule frei und alles was übrig bleibt, kannst du dir anschließend wieder abholen.

An vielen Zapfsäulen kannst du auch direkt mit Kreditkarte zahlen.

10. Nützliche Dinge, die du für den Roadtrip brauchst

Folgende Dinge waren bei meinen Roadtrip in den USA unverzichtbar:

  • Adapter für Steckdose – In den USA kommst du mit europäischen Steckern nicht weit
  • Steckerleiste – Wird oft vergessen, ist aber unverzichtbar, wenn du mal mehr als nur ein Gerät aufladen musst (z. B. Handy und Kamera Akku)
  • Strom-Adapter für Zigarettenanzünder – Damit kannst du während der Fahrt dein Handy mit Strom versorgen. Das ist wichtig, wenn du dein Smartphone auch als Navi benutzt
  • Stereo Cinch-Kabel – Ohne die passende Musik, ist ein Roadtrip undenkbar. Die meisten Mietwagen haben einen Cinch Eingang, mit denen du während der Fahrt die Musik auf deinem Handy über die Lautsprecher der Autoanlage abspielen kannst.
  • Handyhalterung für Windschutzscheibe – Wenn du Geld sparen willst und dein Handy als Navi nutzt, dann brauchst du eine gute Halterung. Am besten finde ich die, die du direkt an die Scheibe klebst.
  • Trinkflasche für Wanderungen – Bei vielen Wanderungen ist das sehr praktisch, vor allem in den trockenen Nationalparks im Südwesten der USA, wie etwa Death Valley oder Grand Canyon.
  • Wandersandalen – super praktisch für einfache bis mittelschwere Hikes, wie z.B. im Yosemite Nationalpark. Die sind sehr bequem und darin schwitzt du auch nicht so sehr.
  • Mobile Kühlbox – perfekt um Sachen aus dem Supermarkt im Auto kühl zu halten.
Van Kalifornien

Mit den Richtigen Utensilien, kannst du auch die rostigste Laube für deinen Roadtrip ausrüsten.

Du kannst dir alle diese Dinge auch vor Ort kaufen, z.B. im Walmart oder BestBuy (für elektr. Geräte). Über Amazon ist es aber oft billiger.

11. Nützliche Apps für das Autofahren in den USA

HERE WeGo – Navigation und Routenplanung

Diese App solltest du dir neben Google Maps auf jeden Fall besorgen. Der große Vorteil gegenüber Googlemaps: Du kannst mit HERE auch offline navigieren. Dafür musst du dir vorher nur die Karten von allen Staaten deiner Route herunter laden. Das hat bei meinem Roadtrip sehr gut funktioniert und mir das ein oder andere mal, wenn der Empfang komplett weg war, jede Menge Ärger erspart.

Auch cool: HERE zeigt dir die aktuelle Maximalgeschwindigkeit an.

HERE WeGo: Maps & Navigation
HERE WeGo: Maps & Navigation
Entwickler: HERE Apps LLC
Preis: Kostenlos
?HERE WeGo Karten & Navigation
?HERE WeGo Karten & Navigation
Entwickler: HERE Apps LLC
Preis: Kostenlos

Wikicamps USA – Campingplätze finden

Wikicamps habe ich schon bei meinem Roadtrip in Australien verwendet. Mit dieser App findest du alle Campingplätze und kostenlosen Schlafplätze, sowie von anderen App-Nutzern eingetragene Point of Interests, die nicht in jedem Reiseführer stehen.

WikiCamps USA
WikiCamps USA
Entwickler: WikiCamps
Preis: Kostenlos
?WikiCamps USA
?WikiCamps USA
Entwickler: WikiCamps pty ltd
Preis: 1,99 €
VW Van Santa Monica

Mit Wikicamps findest du in ganz Amerika Plätze zum Übernachten mit dem Van oder Wohnmobil – auch Kostenlose.

Parking Panda – Parkplätze finden

Diese App zeigt dir günstige Parkplätze an, die du auch direkt buchen kannst.

Parking Panda: Book Deals Now
Parking Panda: Book Deals Now
Entwickler: SpotHero
Preis: Wird angekündigt
?Parking Panda
?Parking Panda
Entwickler: SpotHero, Inc.
Preis: Kostenlos

Spothero – Parkplätze finden

SpotHero - Find Parking
SpotHero - Find Parking
Entwickler: SpotHero
Preis: Wird angekündigt

ParkMe – Parkplätze finden

INRIX ParkMe
INRIX ParkMe
Entwickler: INRIX, Inc.
Preis: Kostenlos

GasBuddy – Günstig Tanken

GasBuddy: Find & Pay for Gas
GasBuddy: Find & Pay for Gas
Entwickler: GasBuddy
Preis: Wird angekündigt
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. :-(

12. Reise mit dem Wetter

Ich empfehle immer, nicht schon vor der Reise alles zu buchen. Denn dann kannst du mit dem Wetter reisen.

Highway durch Wald in Kalifornien.

Schaue aufs Wetter, sei spontan und fahre da hin, wo es nicht stürmt und schneit – obwohl das auch manchmal ein cooles Abenteuer ist.

Hast du bereits einen Outdoortrip mit Hotelaufenthalt vor der Reise gebucht und dann gibt es einen Schneesturm, hängst du die ganze Zeit nur im Zimmer herum und verschwendest einen Reisetag. Stattdessen hättest du auch einfach den Wetterbericht vor Ort checken und deine Route spontan anpassen können. Außerdem kannst du dann an Orten, wo schönes Wetter ist und die du besonders magst auch mal ein paar Tage länger bleiben.

Death Valley Highway Kalifornien

Die Straßen in den USA sind vor allem eines: gerade.


Welche weiteren USA Roadtrip Tipps mit einem Auto kannst du empfehlen? Schreibe mir einen Kommentar.

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