Daintree Rainforest – der älteste Regenwald der Welt

update 23.12.2020 | in Australien, In die Natur, Queensland | von | 4 Kommentare |

Mit geschätzten 180 Millionen Jahren, ist der Daintree Regenwald in Australien älter als der Regenwald am Amazonas. Und es ist auch einer der gefährlichsten. Neben etlichen Krokodilen, gibt es hier auch den gefährlichsten Vogel der Welt und verdammt tödliche Quallen.

Trotzdem solltest du einen Besuch nicht auslassen. Ich verrate dir in diesem Artikel, warum.

Daintree

Daintree
Robinson Crusoe-Feeling: Regenwald direkt am Strand.

Ich fühle mich wie Defoes’ Robinson Crusoe. Vor mir ein unendlich weiter, menschenleerer Sandstrand. Das Rauschen des Meeres streichelt mein Trommelfell. Hinter mir der dicht bewachsene Regenwald: Palmen, Farne und Bäume, die von anderen Bäumen umschlungen werden. Papageien und andere tropische Vögel zwitschern um die Wette. Fehlt nur noch ein Baumhaus und Freitag.

Es ist einer der vielen Strände an der Küste des Daintree Rainforests, einen der ältesten Regenwälder unserer Erde. Aufgrund seiner enormen Vielfalt an Flora und Fauna ist der Daintree Rainforest von der UNESCO auch in die Liste der Welterbe aufgenommen worden.

Dieser Regenwald liegt im Nord-Osten Australiens im Staat Queensland und nimmt nur ca. 0,01 Prozent der Gesamtfläche Australiens ein. Trotzdem leben hier 30 Prozent aller Säugetierarten, 65 Prozent aller Schmetterlings- und Fledermausgattungen und 20 Prozent der Vogelgattungen ganz Australiens.

Der Daintree Nationalpark besteht aus zwei Bereichen:

  • Der Cape Tribulation Section im Norden
  • Der Mossman Gorge Section im Süden

Gefährlicher Wald

Etwas belebter als an den anderen Stränden ist es am Cape Tribulation. Viele Touristen kommen hier her und baden sogar im Wasser, was aufgrund der Krokodile nicht ganz ungefährlich ist. Doch das scheint keinen zu stören.

Anders sieht es im Sommer aus. Denn dann kommen die Box Jellyfish, auch Marine Stingers oder Seawasps genannt. Das sind ziemlich unangenehme Quallen. In dieser Zeit schwimmt hier keiner, denn eine Berührung mit den Tentakeln bestimmter Arten dieser Tiere ist nicht nur extrem schmerzhaft, sondern kann auch tödlich enden.

Daintree
Ein bisschen Essig hilft gegen Quallengift.

Deshalb wurden an jedem Strandeingang Warnschilder aufgestellt und eine Flasche mit Essig platziert. Diesen sollte man sich im Notfall über die mit den Quallen in Kontakt getretenen Stellen am Körper schütten.

Wenn du mehr über die gefährlichsten Tiere in Australien lernen möchtest und auch warum diese eigentlich trotzdem nicht so gefährlich sind wie viele denken, dann schaue mal in diesen Artikel:

Warum es in Australien tödlicher ist im Bett zu liegen, als einem gefährlichen Tier zu begegnen

Kasuare – die Bösen Vögel des Daintree Regenwaldes

Kasuar Daintree
Diesem Blaukopf sollte man besser nicht zu nahe kommen, sonst gibt’s Haue.

Auch beheimatet im Daintree Regenwald sind die blauköpfigen, flugunfähigen Kasuaren. Mit denen ist aber nicht gut Kirschen essen, denn sie sind bekannt für ihre bei Hunden und Menschen hinterlassenen Verletzungen. Die Kasuaren werden zwischen 1,5 und 2 Meter groß und haben scharfe Klauen und Schnäbel. Gefährlich wird es aber nur, wenn du diesen Vögeln zu nahe kommst, besonders wenn sie gerade Junge haben.

Wie erreichst du den Daintree Regenwald?

Einen Besuch des Daintree Regenwaldes kann ich dir auch trotz der beschriebenen Gefahren sehr empfehlen. Vor allem die Strecke von Port Douglas bis zum Cape Tribulation ist gut ausgebaut und du kommst auch mit einem normalen Auto bis dorthin.

Übrigens: Um von Port Douglas bis zum Daintree Rainforest zu kommen, musst du zunächst den Daintree River überqueren. Es fährt regelmäßig eine Fähre hin- und her. Ein Ticket dafür, mit Auto, kostet 31 Dollar (return).

Fähre im Daintree Regenwald

Um bis nach Cape Tribulation zu gelangen, musst du mit der Fähre am Daintree River übersetzen.

Daintree Regenwald Sehenswürdigkeiten

Entlang des Weges gibt es immer wieder viele Traumstrände und kurze Wanderpfade (wie z.B. den tollen Dubuji Boardwalk oder den Marrdja Boardwalk), die dir die Flora und Fauna dieser besonderen Region unserer Erde näher bringen.

Auch den Thornton Beach solltest du auf keinen Fall auslassen. Es ist ein absoluter Traumstrand und hier entlang zu spazieren war für mich ein wirklich besonderes Erlebnis.

Helikopter auf dem Thornton Beach

Am Thornton Beach kann man schon mal mit dem Helikopter landen.

Kurios: Es gibt sogar eine Eiscreme-Fabrik mitten im ältesten Regenwald der Welt. Die Daintree Ice Cream Company ist für Besucher geöffnet und bietet neben Eis von exotischen Früchten auch Touren durch die Anlage mit Obstgärten.

Wenn du mehr über den Regenwald erfahren möchtest, dann solltest du dem Daintree Discovery Center einen Besuch abstatten. Das Highlight ist der 23 Meter hohe Aussichtsturm mit Blick über die Baumkronen des Regenwaldes. Es gibt auch einen Baumwipfelpfad, Audio-Geräte mit vielen Infos entlang der Boardwalks und vieles mehr.

Ein weiteres Highlight im Daintree Regenwald ist der Mossman Gorge. Diese Region ist der südliche Teil des Regenwaldes und liegt nur wenige Kilometer von Port Douglas entfernt. Ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung dieser Region ist das Mossman Gorge Centre. Von hier starten ein paar tolle Boardwalks bis zur eigentlichen Schlucht. Es gibt aber auch die sogenannten Ngadiku Dreamtime Walks, geführte Touren von lokalen Führern mit indigenen Wurzeln.

Etwas westlich von Mossman liegt das kleine Örtchen Daintree Village. Es war die erste Siedlung in dieser Region und wurde in den 1870er Jahren hauptsächlich von Holzfällern bewohnt. Heute kannst du hier durch die vielen kleinen Geschäfte und Gallerien schlendern und einige Wanderpfade auf eigene Faust erkunden.

Daintree

Der Weg bis Cape Tribulation führt dich durch dichten Dschungel und ist mit normalen Autos gut zu erreichen.

Bloomfield Track

Von Cape Tribulation aus, kannst du dich sogar noch weiter gen Norden wagen. Es führt eine Straße (der Bloomfield Track) bis hoch nach Cooktown. Allerdings brauchst du dafür einen Wagen mit Allrad-Antrieb. Zur Regenzeit ist die Strecke gesperrt und du solltest dich auch gut informieren, bevor du diese Route entlang fährst. Hier gibt es ein paar extra Infos zum Bloomfield Track.

Port Douglas als Ausgangspunkt

Port Douglas ist ein guter Ausgangspunkt für weitere Erkundungen in diese Region. Du solltest schon 2-3 Tage einplanen.

In Port Douglas gibt es viele tolle Unterkünfte (Schau mal hier), Entertainment-Möglichkeiten und auch geheime Wanderungen in den Dschungel in der Umgebung. Dazu habe ich einen eigenen Artikel geschrieben:

Planlos durch den Urwald

Vom Trinity Bay Lookout in Port Douglas hast du einen fantastischen Blick über die Küste. Von hier beginnt auch der verdammt lange, weiße 4 Mile Beach Sandstrand.

Auch sehr cool fand ich den Rex Smeal Park ganz im Norden des Ortes. Hier treffen sich die Einheimischen und auch Touristen und genießen den fantastischen Sonnenuntergang. Hin und wieder finden hier auch Veranstaltungen statt.

Das beste Hostel in Port Douglas ist für mich das Dougies Backpackers Resort.

Vor allem aber ist Port Douglas als Ausgangsort für Touren zum Great Barrier Reef bekannt. Es gibt verschiedenste Touren zu verschiedenen Riffen, wie etwa Schnorchel-Touren zum Opal oder Agincourt Reef  oder eine Unterwasser-Safari zum Mackay Reef und Undine Reef.

Geführte Touren im Daintree Regenwald

Wenn du selbst nicht mit dem Auto durch den Daintree Regenwald fahren möchtest, dann empfehle ich dir eine geführte 4WD Tagestour. Dafür gibt es viele Anbieter, z.B.:

Es gibt aber auch viele andere coole Erlebnisse, die du buchen kannst, z.B.

Beste Reisezeit für den Daintree Regenwald?

Wie der Name schon vermuten lässt, regnet es sehr viel im Regenwald. Und das besonders in der Regenzeit, im australischen Sommer von Dezember bis März. Dann ist es hier sehr feucht und extrem heiß (Teilweise bis 40 Grad Celsius). Es regenet zu dieser Jahreszeit fast jeden Tag mindestens einmal.

Manchmal geht die Regenzeit auch noch bis in den April und Mai hinein. Es ist zwar auch möglich in der Regenzeit diese Region zu besuchen, und sicherlich ist es gerade dann auch ein Erlebnis, aber wenn du empfindlich für solches Wetter bist, empfehle ich dir eher in den “kälteren” Monaten Juni, Juli und August,September zu reisen. Im Durchschnitt sind da “nur” etwa 26 Grad Celsius und wesentlich weniger Regen. Es ist die Trockenzeit in der es auch unwahrscheinlicher ist, die Quallen im Wasser vorzufnden.

Die Wassertemperaturen sind übrigens ganzjährig in etwa gleich bei 25-27 Grad Celsius.

Daintree Regenwald Tipps

Hier noch ein paar weitere Tipps für deine Erkundung des Regenwaldes

  • Habe Bargeld dabei: Am besten du hebst spätestens in Port Douglas nochmal Bargeld ab. Unterwegs, besonders für die Überfahrt mit der Fähre wirst du es brauchen.
  • Informiere dich über besondere Vorfälle: Auf der offiziellen Seite der Nationalparks Queenslands findest du Parks-Alerts zu allen Nationalparks, die dir z.B. sagen, ob gerade irgendwelche Straßen gesperrt sind oder ob du bestimmte Gebiete vermeiden solltest. Informationen zu Straßensperrungen gibt es hier.

Bilder vom Daintree Rainforest

Daintree Nationalpark Geschichte

Der Regenwald an sich ist schon sehr beeindruckend. Aber auch die Geschichte um die Entstehung des Nationalparks ist sehr interessant.

Ganz ursprünglich lebten in dieser Region Australiens der Aborigine-Stamm der Kuku Yalanji für tausende von Jahren, bis im Jahr 1873 der britische Kolonialist George Elphinstone Dalrymple den Daintree River entdeckte, den er nach seinem Freund Richard Daintree benannte.

Im Laufe der Zeit nahm der Tourismus in der ganzen Region immer mehr zu. 1950 wurde die Fähre am Fluss eingeweiht. 1961 erreichte die erste Straße Cape Tribulation.

Dann im Jahre 1970 wurde ein ganz besonderer Fund gemacht, der zeigt wie alt dieser Dschungel eigentlich ist und somit die Augen der forschenden Welt auf den Regenwald legte. Die sogenannte Idiospermum australiense (oder einfacher: “Idioten-Frucht“) wurde in diesem Jahr entdeckt. Es ist eine der ältesten und seltensten Blumen unserer Erde. Es ist aber sehr unwahrscheinlich, dass du sie selbst entdeckst, da sie nur in einem ganz kleinen Gebiet vorkommt und zudem auch noch extrem ähnlich zu vielen anderen hier vorkommenden Blumenarten aussieht.

Warum wurde die Frucht “Idioten-Frucht” genannt? Nun ja, da der Samen der Frucht extrem giftig ist, wird vermutet, das die Frucht nach demjenigen benannt wurde, der als erster versuchte sie zu essen ;)

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4 Antworten auf Daintree Rainforest – der älteste Regenwald der Welt

  1. Tante H. aus L. sagt:

    BÖSE (!!!!????) Vögel……..das ist ja ein Ding……..

  2. Jalil sagt:

    darf ich diese Informationen für ein Referat benutzen?

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