Walpole

Das Tal der Giganten

28.05.2014 | update 27.12.2015 | in Australien, Western Australia | von | Dein Kommentar!

Westlich des kleinen Ortes Denmark im Süd-Westen von Western Australia wird es waldig. Hier reiht sich ein Nationalpark an den anderen und es beginnt das „Valley of Giants“ (Tal der Giganten), in dem man die hier vorkommenden Riesenbäume aus einer ganz ungewohnten Perspektive bestaunen kann.

Elefanten in Dänemark

Der Ort Denmark ist eigentlich nur ein kleines Städtchen an der Küste, hat aber in seiner Umgebung einige besondere Plätze, die ich nicht unerwähnt lassen möchte. Da wäre zum einen der Greens Pool, ein im Sommer viel genutzter Badestrand. Ein paar Minuten zu Fuß davon, findet man zudem die Elephant Rocks. Diese runden, in einer Bucht liegenden Steine, erinnern an im Wasser schwimmende Elefanten. Um zur Bucht zu gelangen, muss man an zwei dieser bedrohend aussehenden Giganten hindurchschlüpfen.

Denmark
Was machen denn die Elefanten da im Wasser?

Tree Top Walk

Das Tal der Giganten ist ein Waldabschnitt im Walpole-Nornalupe-Nationalpark, westlich von Denmark und eines der letzten größeren Vorkommen des Karribaums und des „Red-Tingle“, was allein schon etwas Besonderes ist. Allerdings kamen einige Einwohner in den 70er Jahren auf eine Idee, die einen Ausflug in die Region noch lohnenswerter macht. Sie bauten ein paar schwingende, begehbare Brücken unter die Baumkronen, um so eine ganz besondere Perspektive der Riesenbäume zu erhalten: Der Tree Top Walk entstand.

Walpole
Über den Bäumen, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Der Treetop-Walk kostet 15 Dollar Eintritt und ist insgesamt 600 Meter lang. Inklusive und direkt neben dem Tree Top Walk ist auch der Ancient Empire Boardwalk, der an ziemlich alten Bäumen vorbeiführt, wie z.B. dem matriarchalischem „Großmutter Tingle“, der über 400 Jahre alt ist, einen 12 Meter Umfang besitzt und aufgrund seiner knotigen und knochigen Rinde schon fast menschliche Züge annimmt.

Walpole
Die Großmutter des Waldes

In diesem Abschnitt Western Australias regnet es ungewöhnlich viel, besonders im Herbst und Winter. Das ist auch der Grund dafür, dass ein solch dichter, zum Großteil noch unberührter Wald entstehen konnte. Wer in diesen Jahreszeiten in das Valley of Giants kommt, kann also davon ausgehen, dass es dann aus allen Wolken schüttet.

Doch gerade das machte meinen Ausflug hierher so interessant. Man wird zwar selbst ziemlich nass, doch die Bäume im feuchten Nebel zu erleben, mit der Geräuschkulisse von herabtröpfelndem Wasser, ein paar Sonnenstrahlen, die vereinzelt durch die Wolkendecke brechen und den sich im Wind hin- und herschwingenden Brücken, machte den Eindruck, sich direkt unter den 40 Meter hohen Baumkronen des Waldes zu befinden, nur noch realistischer und spannender.

Pemberton – Klettern auf den Riesen

Etwa 50 Kilometer weiter nördlich kann man sogar auf ein paar solcher Karribäume klettern, natürlich ohne Absicherung und auf eigene Gefahr. Ansonsten wäre es ja zu langweilig. Davon gibt es insgesamt drei: Den 61 Meter hohen Gloucester Tree, den 51 Meter hohen Diamond Tree und den 75 Meter hohen Dave Evans Bicentennial Tree. Einst dienten diese Bäume als Feuer-Lookouts, um Brände im dichten Karri-Wald frühzeitig zu erkennen. Heute klettern lebensmüde Touristen dort hoch. Ich selbst war nur am Bicentennial Tree im Warren Nationalpark, der kostenlos zu besteigen ist und einen Wahnsinns-Ausblick bietet.

Pemberton
Nichts für schwache Nerven: Klettern auf dem Bicentennial Tree

Übrigens: Alle Holzfans sollten jetzt genau lesen. Denn im größten Sägewerk der südlichen Hemisphäre in Pemberton befindet sich die größte Kreissäge der Welt,. Nur mal so am Rande.

Bilder vom Valley of Giants und Pemberton

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