Auto fahren in Australien

Wie du in Australien sicher mit dem Auto fährst und dabei auch noch Geld sparst

22.03.2015 | update 26.07.2015 | in Australien, Australien Reisetipps | von | 3 Kommentaren

Egal ob du dir ein Auto in Australien mietest oder dir eins kaufst. Der Verkehr in Australien ist anders als in Deutschland. Zudem gibt es Kostenfallen, in die du auf Reisen lieber nicht treten möchtest. Die folgenden Tipps und Tricks über den Verkehr in Australien, helfen dir sicher in Australien Auto zu Fahren, Pannen zu vermeiden und letztendlich Geld zu sparen.

Mit einem Auto lässt sich das Land einfach besser erkunden. Du bist viel flexibler bei der Reiseplanung, nicht an irgendwelche Buszeiten gebunden, und hast mit dem richtigen Auto sogar deinen eigenen Schlafplatz immer dabei.

Auch ich habe mir vor meiner Australien-Umrundung, gleich in der ersten Woche in Australien, ein Auto gekauft. Einen Holden Commodore Station Wagon (namens White Unicorn). Das Fahren auf der linken Seite kannte ich schon aus Neuseeland und Schottland. Aber es gibt noch ein paar Kniffe, die in Australien anders sind. Die folgenden Tipps hier entstammen deshalb aus meinen eigenen Erfahrungen mit dem Verkehr in Australien. Ergänzungen und Fragen kannst du gerne in die Kommentare schreiben.

 

TIPP:

1. Linksverkehr: Schaue erst rechts, dann links

Der Tipp ist eigentlich banal. Aber wenn du noch nie vorher in einem Land warst, in dem Linksverkehr herrscht, ist das speziell zu Beginn deiner Reise die wichtigste Regel –  nicht nur beim Auto fahren, auch beim Überqueren der Straße. Mit der Zeit wirst du dieses System aber so sehr verinnerlichen, dass du darüber nicht mehr nachdenken musst.

Die Vorfahrtsregel ist aber wie in Deutschland: rechts vor links.

2. Nutze WikiCamps zur Navigation

Diese App war die wichtigste App während meiner Reise. Du kannst sie hervorragend zur Navigation nutzen, gerade auch, weil du alle Karten jedes Bundesstaates in Australien für die Offline-Nutzung herunterladen kannst.

Denn in Australien hast du nicht immer Internet zur Verfügung. Am besten du lädst dir vorher alle Karten auf einmal herunter. Dann kann unterwegs eigentlich fast nichts mehr schief gehen.

Außerdem zeigt die WikiCamp-App alle Camping-Plätze an, auch kostenlose. Hinzu kommen Hostels, Sehenswürdigkeiten und andere Points of Interest. Nutzer können Kommentare und Fotos hinterlassen, was auch bei sehr vielen Spots gemacht wurde und recht hilfreich z.B. bei der Bewertung des Camping-Platzes ist.

Die App gibt  es für iPhone, Windows- und Androidgeräte. Auch für Neuseeland, die USA und Großbritannien gibt es eigene Versionen. Die App ist, zumindest unter Android, 14 Tage kostenlos nutzbar. Danach fallen 4,49 AUS Dollar an. Die lohnen sich aber auf jeden Fall, wenn du öfters in Australien campen gehen willst.

WikiCamps Australia
WikiCamps Australia
Entwickler: WikiCamps
Preis: Kostenlos+
WikiCamps Australia
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Entwickler: WikiCamps pty ltd
Preis: 5,49 €
Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁

3. Internationaler Führerschein in Australien

Einen internationalen Führerschein kannst du bereits in Deutschland direkt vor Ort in jeder Straßenverkehrsbehörde beantragen. Dafür musst du ein Nachweis deiner Identität (z.B. Personalausweis), ein biometrisches Lichtbild und natürlich deinen EU Kartenführerschein haben. Die Kosten belaufen sich auf etwa 15 Euro, es kann aber auch ein bisschen teurer werden. Das hängt von der jeweiligen Behörde ab.

Du kannst den internationalen Führerschein auch online beantragen, wenn das deine Stadt bzw. Gemeinde ermöglicht. Dann musst du aber etwa 2 bis 4 Wochen Bearbeitungszeit einrechnen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt einen internationalen Führerschein für Australien. Ich selbst habe auch einen dabei gehabt. Allerdings habe ich ihn während meiner ganzen Zeit in Australien und auch in Neuseeland nie gebraucht – weder bei Verkehrskontrollen, noch beim Mieten von Mietwagen. Hier reichte immer mein normaler europäischer Führerschein als Vorlage. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte aber trotzdem einen beantragen.

4. Benzinpreise Australien: Wo bekommst du den günstigsten Sprit?

Tanken im Nirwana

Tanken im Nirwana kann teuer werden.

Benzin ist in Australien im allgemeinen günstiger als in Deutschland. Allerdings variieren die Preise im Land enorm.

Als Faustregel kann man sagen: Je größer die Stadt, desto billiger der Sprit. Aber selbst in verschiedenen Tankstellen in ein und der selben Stadt gibt es oft markante Unterschiede.

Das billigste, was ich auf meiner Reise je bezahlt hatte, war 1,39 AUS Dollar pro Liter (= ca. 1 Euro). Der Normalfall ist etwa so zwischen 1,50 AUS Dollar und 1,60 AUS Dollar. Mein teuerstes Sprit-„Vergnügen“ hatte ich in South Australia mit 2,05 AUS Dollar pro Liter.

Es geht aber auch noch teurer. Vor allem in abgelegenen Regionen wie dem Outback.

Es gilt hier also: immer volltanken, wenn du in einem größeren Ort bist – vor allem wenn du kurz vor einer längeren Fahrt durch gering besiedelte Regionen stehst. Denkbar ist auch, sich immer noch einen extra Tank-Kanister mitzunehmen, um noch mehr Geld zu sparen.

TIPP:

5. Lasse dein Auto regelmäßig checken

Vor allem Backpacker kaufen sich Autos, die schon zahlreiche Vorbesitzer hatten und bereits einige Kilometer auf dem Buckel haben, teilweise auch ohne WOF (Warranty of Fitness), was ungefähr sowas wie der deutsche TÜV ist. Beim WOF wird das Auto aber auch nur auf Sicherheitsprobleme, die im alltäglichen Straßenverkehr gefährlich werden könnten, wie etwa Gurte, Windschutzscheibe, Bremsen usw. untersucht. Den Motor aber schaut sich beim WOF keiner an. In Australien muss man eine WOF auch nur machen, wenn das Auto verkauft wird, und nicht wie der TÜV alle 2 Jahre.

Deshalb ist es besonders wichtig, das Auto von einer Werkstatt regelmäßig überprüfen zu lassen. Das ist dann aber nicht die WOF, sondern ein ganz normaler Service-Check. D.h. du bist dazu nicht verpflichtet, aber besonders bei älteren Modellen kann das einige böse Überraschungen vermeiden, wenn du das Auto dann später wieder verkaufen willst. Empfohlen wird ein Service-Check etwa für alle 10.000 gefahrenen Kilometer und kostet ca. zwischen 130 und 180 AUS Dollar.

Dabei wird alles überprüft, Ölfilter gewechselt, diverse Flüssigkeiten werden nachgefüllt, alles gerade gebogen und kleinere Justierungen vorgenommen. Bei mir wurden z.B. auch mal alle Steine, die sich irgendwie verfangen hatten, entfernt. Ist etwas Größeres kaputt, bekommst du vorher Bescheid gesagt. Ob du das dann sofort reparieren lässt, oder noch etwas mit der Reparatur warten kannst, hängt vom Einzelfall ab.

Ich selbst hab die besten Erfahrungen mit größeren Werkstatt-Ketten gemacht. Denn die haben einen Ruf zu verlieren und nehmen die Tests deshalb ernst. Kleinere Werkstätten sind billiger, schauen aber vielleicht auch nicht so genau hin. Das kann man aber auch nicht pauschalisieren. Am besten du holst dir Empfehlungen für Werkstätten direkt bei Einheimischen oder in der Unterkunft, in der du gerade bist.

TIPP:

6. Fülle regelmäßig die Flüssigkeiten nach

Es gibt auch Dinge, die du selbst unterwegs regelmäßig kontrollieren kannst.

So solltest du regelmäßig das Kühlwasser und Öl überprüfen und nachfüllen, wenn es sich dem Ende zuneigt. Das ist besonders für die sehr heißen australischen Sommer wichtig und verhindert, das der Motor zu schnell erhitzt.

Welches Öl verwenden?

Welches Öl du verwenden musst, hängt vom Motor deines Autos und dem Baujahr ab. Auf der Website von Caltex kannst du das beispielsweise nachprüfen. Dort musst du einfach die Daten für dein Auto eingeben und es wird dir eine Liste verschiedener Anbieter angezeigt. Günstiges Öl gibt es auch bei supercheap zu kaufen.

7. Prüfe regelmäßig den Reifendruck

Auch den Reifendruck solltest du regelmäßig überprüfen. Das geht kostenlos an fast jeder Tankstelle. Die Angaben zum idealen Reifendruck stehen oft auf einem Aufkleber an der Seite an einer der Vordertüren, oder in der Bedienungsanleitung.

Du solltest das aus 2 Gründen tun. Zum einen erhöht es die Sicherheit beim Fahren. Zum anderen, kostet es mehr Sprit, wenn du mit zu gering aufgepumpten Reifen fährst.

8. Achte auf die Batterie deines Autos

Gettin' juiced

© Charles Williams, on Flickr

Oft kommt es bei alten Autos vor, dass man den Zündschlüssel umdreht und nichts tut sich mehr. Das ist mir auch einmal passiert. Du solltest in einem solchen Fall nicht die Nerven verlieren, denn meist ist das Problem nur die Batterie. Je älter die ist, desto kürzer hält sie.

Hier gibt es 2 Möglichkeiten:

Erstens: Du hast ein Starterkabel und verbindest dieses mit einem anderen Auto. Dann bekommt die Baterrie wieder Saft, der Motor kann gestartet werden, wodurch sich auch wieder die Batterie aufläd. Nach einer solchen Aktion, solltest du etwa eine halbe Stunde den Motor nicht ausmachen, damit sich die Batterie wieder voll aufladen kann. Hast du kein Starterkabel, hilft nur rumfragen. Australier sind aber ziemlich nett und helfen oft gerne weiter. Wie die Starthilfe genau funktioniert kannst du hier nachlesen.

Zweitens: Du lässt das Auto anrollen. Das geht aber nicht mit einem Automatikgetriebe, sondern nur mit manueller Gangschaltung. Dabei rollst du das Auto mit gedrückter Kupplung z.B. einen Berg hinunter. Wenn es rollt, schaltest du in den 2. Gang und lässt die Kupplung los. Dadurch startet der Motor. Auch hier solltest du den Motor 30 Minuten lang laufen lassen.

Hast du einmal ein solches Problem gehabt, heißt es entweder eine neue Batterie besorgen, oder darauf achten, dass du nicht das Licht anlässt, oder elektronische Geräte mit dem Auto verbindest, die Saft ziehen, wenn der Motor aus ist.

Loaning Tim some electricity

So sieht es aus, wenn dir jemand Starthilfe gibt. © Dion Hinchcliffe, on Flickr

Wenn sich gar nichts mehr tut, selbst nachdem du deine Batterie gewechselt hast, dann könnte das Problem auch am Anlasser (starting motor) liegen. Das kann bei älteren Autos schon mal vorkommen. Beim Umdrehen des Zündschlüssels hörst du dann nur ein stumpfes „Klack“-Geräusch.

Auch hier gibt es ein paar Tricks mit denen du das Teil in Kombination mit einem Hammer und einer Stange wieder zum Laufen bringst, aber auch nur vorübergehend. Allerdings rate ich dir davon ab, wenn du nicht mal weißt wo der Anlasser im Auto ist. Dann solltest du dein Gefährt lieber in die Hände eines Mechanikers geben. Für solche kleineren Pannen, gibt es in Australien auch mobile Mechaniker wie etwa lubemobile. Damit kannst du dir eventuell die hohen Kosten fürs Abschleppen sparen.

Du kannst auch für dein Auto eine All inclusive Versicherung, ähnlich dem deutschen ADAC, abschließen. Das ist gar nicht so teuer und wird pro Jahr bezahlt. Mehr Informationen dazu gibt es bei den Anbietern NRMA oder RAC.

9. Meide Straßen mit Mautgebühren

Die wenigsten fremden Autofahrer in Australien wissen, dass es recht viele Mautstraßen gibt, für die du zahlen musst. Es ist dabei aber nicht so wie etwa in Österreich, wo du dir an einem Automaten eine Vignette holen musst. Sondern die Abrechnung in Australien erfolgt ausschließlich online über die Erfassung des Nummernschildes.

So genannte „toll roads” gibt es in den Bundestaaten Victoria, New South Wales und Queensland meist in der Nähe von großen Städten wie Melbourne, Sydney und Brisbane. Zahlst du die Mautgebühren nicht rechtzeitig, so können unerwartet hohe Strafen folgen. Das Problem ist, dass man sich in jedem Bundesstaat vorher extra bei einem Anbieter für Mautstraßen anmelden und seine Kreditkartendaten hinterlegen muss. Für jede Region gibt es dabei meist mehrere Anbieter.

Sydney Harbour Bridge

Die Sydney Harbour Bridge ist eine „toll road“. Aber nur wenn du vom Norden ins Stadtzentrum fährst. Anders herum kostet es nichts.

Wenn du die „toll roads” vermeiden willst, solltest du deshalb auf die Beschilderungen achten. Die Kennzeichnung, ob eine „toll road” kommt, ist eigentlich immer recht eindeutig.

Fährst du trotzdem ohne Anmeldung auf eine Mautstraße, hast du auch noch bis zu 3 Tage Zeit, die Maut im Nachhinein zu bezahlen. Das ist mir z.B. einmal in Brisbane passiert. Hinterher wusste ich nicht genau auf welcher „toll road” ich nun unterwegs war und musste alle Firmen anschreiben, die die einzelnen Mautstraßen in Brisbane verwalten. Ich erhielt dann aber auch recht schnell Antworten mit den Beträgen, die ich zu zahlen hatte.

Auf dieser Wikipedia-Seite werden alle „toll roads” aufgelistet. Hier findest Du die „toll roads” von Brisbane mit Links zu den entsprechenden Websites. Informationen zu den „toll roads” in Sydney gibt es auf der sydneymotorways-Website. In Melbourne gibt es nur 2 Anbieter: Citylink und Eastlink.

TIPP:

10. Beachte Hook-Turns in Melbourne

Der Hook-Turn ist eine Abbiege-Regel, die ich bisher nur in Australien kennengelernt habe und vorher auch noch nicht kannte. Diese Regel gibt es nur in Melbourne.

Wenn du in dieser Stadt mit dem Vehikel unterwegs bist, solltest du auf die entsprechenden Schilder achten um nicht den Straßenverkehr zu blockieren oder gar einen Unfall zu bauen.

Aber keine Angst. Im Prinzip ist der Hook-Turn total simpel:
Anstatt sich beim rechts abbiegen auf der rechten Fahrbahn einzuordnen und zu warten bis der Gegenverkehr vorbei ist, um dann abzubiegen, biegst du beim Hook turn zunächst in die linke Spur ein, wartest, bis alle geradeaus fahrenden Autos auf der eigenen Spur vorbei sind (auch die Straßenbahnen), und biegst dann erst rechts ab.

Zu kompliziert? Hier gibt es eine Animation zu dem Verfahren.

11. Nehme wichtiges Equipment zum Campen in Australien mit

Campen in Australien

Campen am Strand.

Bei einem Roadtrip brauchst du viele Dinge, an die du vorher vielleicht noch gar nicht gedacht hast. Einfaches Camping-Equipement ist nur die Basis. Deshalb ist hier eine Liste mit nützlichen Dingen, ohne die ich auf meinem Roadtrip nicht klar gekommen wäre (Keine Garantie auf Vollständigkeit).

  • Gaskocher und ausreichend Butangas
  • Besteck
  • Topf

  • Pfanne
  • Teller

  • Tassen
  • Schüsseln
  • Schneidebrett
  • Kochutensilien (Suppenlöffel, Nudel/Salat-Löffel, Sieb, Pfannenwender, Dosenöffner, Korkenzieher, Schneidemesser)
  • Erste-Hilfe-Set

  • Matratze
  • Decke über der Matratze
  • Decke zum Zudecken 
  • Kissen
  • Zelt
  • Evt. aufblasbare Matratze mit entsprechender Luftpumpe
  • Campingstühle
  • Schlafsack
  • Plastick-Boxen um alles zu lagern
  • Wäscheklammern und -Leinen
  • Trockentücher
  • Taschenlampe/Stirnlampe
  • ausreichend Wasserkanister
  • Schnorchelausrüstung
  • Ladekabel für dein Smartphone, dass du ans Auto stecken kannst. (sehr wichtig)
  • Feuerzeug oder Streichhölzer

All diese Dinge, gibt es in Australien teilweise sehr günstig zu kaufen, etwa im K-Mart. Oft ist aber auch eine gewisse Grundausstattung beim Kauf eines Autos von einem Backpacker mit dabei. Auch auf gumtree.com.au lohnt sich ein Blick nach günstigen Camping-Sachen. Suche hier einfach nach „Camping Gear“ oder „Camping Equipement“.

12. Nutze Information Center als Anlaufstelle

Es gibt sie in jedem touristischen Ort, oder fast jeder mittelgroßen Stadt: Die mit dem „i” gekennzeichneten Informationszentren. Diese sind nicht nur super um Informationen und Karten über die jeweilige Gegend zu ergattern, sondern sie haben oft auch kostenlose Toiletten und Waschräume, die man als Backpacker und vor allem als Camper nach mehreren Tagen in der rauhen Wildnis, gut gebrauchen kann. Füllt hier euer Wasser nach, oder wascht euch. Oft gibt es auch Warmwasser-Duschen, die man für ein paar Dollar nutzen darf.

13. Achte auf die Parkhinweise in großen australischen Städten

Das Parken in Städten, vor allem in größeren wie Perth, Sydney, Melbourne und Co. ist so eine Sache für sich und kann recht teuer werden. Teilweise zahlst du über 100 AUS Dollar für’s Falsch-Parken bzw. wenn du keinen Parkschein gelöst hast.

Meistens befinden sich die Hostels oder andere Unterkünfte, in denen du unterkommst, direkt in der Mitte der Stadt. Und dort bekommst du nur Parkplätze mit Parkschein, wenn überhaupt noch was frei ist. Parkplätze an denen du den ganzen Tag kostenlos stehen kannst, gibt es nur sehr selten.

Vom Parken in Parkhäusern rate ich ab. Das ist einfach zu teuer, wenn du länger parken möchtest. Manche Hostels bieten Stellplätze auf dem Grundstück an. Manchmal ist das kostenlos, manchmal kostet es eine kleine Gebühr.

Verboten ist es auch zu nah an den roten Briefkästen zu parken (3 Meter Abstand) oder an Hydranten (1 Meter Abstand).

Ansonsten hilft nur Suchen und vor allem das Schilder lesen. An vielen Stellen kann man für einige Stunden stehen. Hier ein Beispiel:

Parkschild Sydney

Während du hier rechts nicht einmal anhalten darfst, kannst du auf allen Parkplätzen links des Schildes von Montags bis Freitags 2 Stunden kostenlos stehen (2P). Samstag und Sonntag darfst du hier ganztags kostenlos parken. Auch zwischen 6:00 Uhr abends und 8:00 Uhr früh, darfst du hier wochentags kostenlos stehen. Wenn du dein Auto hier abstellst, musst du also spätestens 10:00 Uhr früh während der Woche umparken. Außnahmen gibt es nur für Anwohner, die eine Parkerlaubnis haben. Die dürfen hier immer stehen.

14. Halte dich an die Geschwindigkeitsgrenzen in Australien

Extrem teuer wird es, wenn du zu schnell fährst. Entweder du wirst geblitzt, oder ein Streifenwagen verfolgt dich und hält dich direkt an.

Wir Deutschen sind ja schnelles Fahren auf unseren Autobahnen gewohnt. Aber in Australien gibt es ein maximales Tempolimit. Wie hoch das ist, hängt vom Bundesstaat ab. In den meisten Gegenden sind es 100 km/h, in manchen Staaten auch 110 km/h außerhalb geschlossener Ortschaften. Im Northern Territory sind es 130 km/h. In Ortschaften darfst du, wenn nicht anders gekennzeichnet, nur 50 km/h fahren. In manchen Gegenden sind auch 60 km/h erlaubt. Wenn aber kein Schild da steht würde ich zur Sicherheit nicht die 50 km/h-Grenze überschreiten. Auch bei Baustellen solltest du aufpassen. 30 km/h und manchmal 40 km/h ist hier meist das Limit.

Auch in abgelegenen Regionen, besonders in Nationalparks, wird öfters als man es erwartet, kontrolliert. Die Strafen sind ziemlich hoch. Schon für eine kleine Geschwindigkeitsübertretung zahlst du manchmal mehrere hundert AUS Dollar. Auch das Nichtanschnallen ist teuer.

Strafzettel werden in Australien übrigens nicht auf die einzelne Person registriert, sondern auf den Besitzer des Autos.

15. Trinke kein Alkohol am Steuer

Diese eigentlich banale Regel ist sicher jedem bewusst. Doch aus eigener Erfahrung weiß ich allerdings auch, dass man als Backpacker ab und an auch die ein oder andere Party mitnimmt, vor allem in Hostels.

Und manchmal muss man dann am nächsten Tag wieder weiter fahren. Davon rate ich dir aber unbedingt ab. Denn erstens ist das nicht nur verantwortungslos, vor allem wenn du noch Mitfahrer hast. Es ist zweitens auch nicht unwahrscheinlich, dass du dann eventuell deinen Führerschein verlierst. Denn in Australien gibt es mittlerweile sehr viele Alkoholkontrollen, da es in der Vergangenheit immer wieder zu Unfällen mit Alkohol am Steuer kam. Besonders in ländlicheren Regionen sind Alkohilkontrollen zu jeder Tageszeit deshalb sehr üblich. Das Limit liegt wie in Deutschland bei 0,5 Promille.

Selbst wenn dir dein Bauchgefühl sagt, dass es wieder gehen könnte mit dem Alkohol, so ist es doch oft der Fall, das man mit dieser Annahme daneben liegt.

16. Fahre nicht bei Dämmerung oder Nachts

Ein paar mal musste ich bei Dämmerung in Australien Auto Fahren, da ich mein Ziel am nächsten Tag unbedingt erreichen musste. Das habe ich aber stets bereut. Denn es ist wirklich so, dass australische Tiere, allen voran Kängurus, in den Abendstunden vermehrt die Straße überqueren.

Anfangs hatte ich nicht gedacht, dass es so viele sind, aber es ist wirklich so. Wenn du nicht unbedingt eine Beule in deinem Auto haben möchtest, oder gar einen größeren Schaden, dann rate ich dir vom Fahren bei Dämmerung und bei Nacht ab.

Und wenn es doch dazu kommt, dann fahre sehr langsam und konzentriert. Ich hatte teilweise Strecken, wo alle 5 Minuten etwas über die Straße gehuscht ist.

17. Vermeide Schotterpisten

Wenn du einen Jeep hast, ist es egal, ob die die unsealed roads (=Schotterpisten ohne Asphalt) entlang fährst. Bei normalen PKW’s und auch Van’s kann das aber auf Dauer zu Problemen führen. Denn diese Straßen haben sehr viele Dellen und Löcher. Das merkst du sofort wenn du darüber fährst. Es ist nicht gut für Stoßdämpfer, Spurstange etc.

Holden Commodore

Definitiv zu viele Schotterpisten gefahren.

Die meisten Straßen, vor allem die Highways, sind in der Regel auch recht gut asphaltiert. Doch speziell in Nationalparks oder in abgelegenen Gegenden abseits des Highway ist das selten der Fall. Wenn du die Parks unbedingt sehen willst, lässt es sich nicht vermeiden solche Straßen zu fahren. Aber ich würde dir raten, dass nicht allzu oft zu machen.

Kuriose Verkehrserfahrungen weltweit

Selbst wenn du alle meine Tipps befolgst, kannst du natürlich trotzdem in die ein oder andere kuriose Situation kommen. Bei mir war das z.B. die Fahrt auf der längsten Geraden Straße Australiens, auf der es sehr schwer war die Konzentration hoch zu halten.

Doch nicht nur in Australien gibt es spezielle Regeln. Auch in vielen anderen Ländern musst du Dinge beachten, die vielleicht nicht so geläufig sind.

Toptarif hat mich und einige meiner Bloggerkollegen gefragt, was ihre kuriosesten Verkehrserfahrungen weltweit waren. Das Ergebnis ist folgende interaktive Grafik. Ich finde das eine super Idee. Einfach mal drauf drücken:

Die kuriosesten Verkehrserfahrungen der Welt - Teil 3

Puh. Ganz schön viele Tipps auf einmal. Wenn du Fragen hast oder Ergänzungen dazu, dann schreib mir gerne einfach in die Kommentare.

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3 Antworten auf Wie du in Australien sicher mit dem Auto fährst und dabei auch noch Geld sparst

  1. Oli sagt:

    Eine coole Liste, die sicherlich für Leute ganz hilfreich ist, die zuvor noch nie ein eigenes Auto hatten. Trotzdem bin ich mit Punkt 5 überhaupt nicht einverstanden. Ein Rundumcheck nach 10.000 Kilometern ist rausgeworfenes Geld. Die wichtigsten Sachen wie Bremse und Flüssigkeiten kann jeder problemlos selber checken – und wer das nicht kann, sollte ohnehin nicht Auto fahren. Der ganze Rest ist unnötig.

    Und bei den Geschwindigkeiten: Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass ich hauptsächlich im Outback unterwegs war. Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass die Polizei irgendwo an einer Staubpiste, über die jeden Tag fünf Autos brettern, einen Blitzer aufstellt. In den urbanen Gebieten ist das aber womöglich anders.

    • Matthias sagt:

      Hi Oli,

      Danke für deinen Kommentar.

      Ob ein regelmäßiger Check im Endeffekt sein Geld wert ist, muss jeder selbst wissen. Ich habs gemacht. Und glaub mir, es werden einige Autos gekauft, in die ich nicht mal als Beifahrer einsteigen würde. Die halten dann aber die 10.000 km eh meist nicht durch.

      Zu den Geschwindigkeiten: Im abgeschiedenen Outback ist es sicherlich eher selten. Aber in Nationalparks, wo auch viele Touristen unterwegs sind, würde ich auf jeden Fall aufpassen. Da stehen zwar keine Blitzer rum, aber die Cops fahren Streife und halten an. Ist mir mehr als einmal passiert.

      • Oli sagt:

        Klar, über den Sinn und Unsinn von regelmässigen Checks kann man natürlich streiten. Aber da es in diesem Artikel um Spartipps gibt, hat es mich doch überrascht, dass du empfiehst, 200 Euro dafür auszugeben, dass Teile ausgewechselt werden BEVOR sie kaputt gehen. Da sehe ich nämlich keinen echten Spareffekt.

        Zu den Geschwindigkeiten: Ich war vier Wochen im Auto unterwegs und hab keinen einzigen Cop gesehen. Aber wie du schon sagst: das hängt stark davon ab, wo man unterwegs ist. Und mal ganz ehrlich: auf den schlechten australischen Strassen kann man ja meist eh gar nicht so schnell faren, wie man dürfte. (Hab in Australien die guten indischen Strassenverhältnisse zu lieben gelernt!)

        Nebenbei bemerkt: Ich hab in Erinnerung, dass Australien neben Deutschland das einzige Land ist, das Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen hat. Wenn ich mich richtig erinnere, darf/durfte man ausserhalb der Ortschaften in den Northern Territories so schnell fahren wie man wollte – oder so schnell es eben ging.

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